Zwei Milliarden Euro betrage das Kreditvolumen, das potente Geldgeber aus Paraguay (Südamerika) zu investieren gedenken. So lautete das Märchen, das eine wegen Betrugs angeklagte Geschäftsfrau verbreitete. Viele wollten am großen Topf mitnaschen, Kredite gab es keine, aber 1,5 Millionen Schaden.
Viele fanden sich, die die Kredite nutzen wollten. Geschäftsleute, die bei Banken nicht mehr kreditwürdig waren. Viele brauchten, teils für Bauprojekte, 30 oder 50 Millionen. Wobei die Leidensfähigkeit der Opfer groß war: Obwohl nie auch nur ein Cent an Krediten bezahlt wurde, erfand die HIGHLIFE GesmbH ständig neue Gebühren. Für die Vermittlung, für eine obskure Geheimhaltungsklausel, eine Strafgebühr für den Bruch der Klausel und mehr. Zu einem Treffen auf Mallorca kamen alle auf eigene Kosten, nur nicht die Geldgeber. Es gab sie nicht.
So wurden zwischen 2008 und 2011 eineinhalb Millionen kassiert. Die Chefin des Betrugsmodells (70) kam nicht zum Prozess, sie ist krank. Blieb ein Vermittler übrig, der sich als Opfer präsentiert: „Ich hab‘ alles verloren.“ Sein Anwalt Herbert Eichenseder: „Da wurde auch ein angeblich seriöser Notar in Paraguay als Partner präsentiert, der wurde inzwischen erschossen.“ Urteil für den Vermittler: 20 Monate bedingt.
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