Alle zogen gestern den Hut vor Henrik Kristoffersen. Was der Norweger auf der eigentlich schon unfahrbaren Piste in Chamonix zeigte, war einfach sensationell. Der 23. Weltcup-Triumph seiner Karriere war Balsam auf den offenen Wunden. Eine Kolumne von Alex Hofstetter.
Seit dem Sieg kurz vor Weihnachten in Madonna hatte Henrik schwierige Wochen durchlebt. Bei besonders winterlichen, eisigen Verhältnissen (wie etwa in Adelboden, Flachau, Schladming) suchte er vergeblich nach der idealen Materialabstimmung. Meistens flüchtete er fuchsteufelswild und unzufrieden vor den TV-Kameras aus den Zielräumen, schmiss die Skistöcke in den Schnee oder verabreichte einem Gitterzaun einen kräftigen Tritt mit einem Skischuh.
In Chamonix konnte Kristoffersen endlich wieder lachen. „Wenn das Skifahren nicht passt, dann ist mein Leben nicht schön. Jetzt hab ich endlich wieder Spaß am Leben.“ Henrik tut – mit all seinen teils fragwürdigen Charakterzügen – dem Weltcup einfach gut, egal, ob er verliert oder gewinnt. Jetzt hofft der 26-Jährige, der auch im zweiten Jahr nach Marcel Hirscher den Sieg im Gesamt-Weltcup verpassen wird, auf Frühlingswetter bei der WM in Cortina.
Alex Hofstetter, Kronen Zeitung
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