30.01.2021 06:00 |

Doppelspitze uneinig

Hofer vs. Kickl: Die Gräben werden immer tiefer

Die FPÖ-Doppelspitze mit Parteichef Norbert Hofer und Klubobmann Herbert Kickl könnte gegensätzlicher nicht sein. Ständig tauchen neue Themen auf, bei denen die beiden alles andere als einig sind. Sie sollen auch bereits ausgelotet haben, ob sie Mehrheiten dafür bekommen würden, das Amt des anderen zu übernehmen – was beide dementieren.

Der Kurs von Parteichef Norbert Hofer sei „zu gemäßigt“, er selbst „angezählt“. Der Kurs von Klubobmann Herbert Kickl sei „untragbar“, er selbst „immer umstrittener“. Sätze wie diese hört man, je nachdem, wen man von der FPÖ fragt. Die Partei ist in zwei Lager gespalten, und immer mehr Themen spalten offenbar auch ihre Doppelspitze Hofer und Kickl.

Aktuellstes Thema, bei dem die beiden nicht auf einer Linie sind, ist die Corona-Impfung: Während Hofer sich impfen lassen will, läuft Kickl gegen diese Sturm. Einig sind sie sich zumindest darin, dass es keinen Impfzwang geben soll.

Compliance-Regeln sollen überarbeitet werden
Auch mit einem Projekt unter der Ägide von Hofer ist Kickl neben mehreren Landeschefs alles andere als d’accord: den sogenannten Compliance-Regeln. Bei einer Klausur diese Woche wurden die an sich fertigen Benimmregeln präsentiert – und sogleich zerrissen. Kickl hat gar nur einen Vertreter zur Klausur geschickt. Nun soll das Regelwerk abermals überarbeitet werden. Wann es beschlossen werden soll, ist weiterhin völlig offen.

Parteikreise: Beide haben Mehrheiten ausgelotet
Immer mehr sollen außerdem in der Partei die Meinung vertreten, dass das Amt des Parteichefs und Klubobmanns nur eine Person bekleiden soll. Aus Parteikreisen heißt es, dass Hofer und Kickl auch schon ausgelotet haben sollen, ob sie Mehrheiten dafür bekommen würden, das Amt des anderen zu übernehmen. Offenbar aber nicht. Hofer soll Vorstand und Landeschefs mehrheitlich hinter sich haben, Kickl das Gros der Mandatare.

„Norbert Hofer war bereits Klubobmann und hat dieses Amt aus guten Gründen an Herbert Kickl übergeben“, heißt es aus Hofers Büro. Personelle Änderungen seien keine geplant. Kickl wiederum ortet den „nächsten Versuch, eine nicht existente Obmanndebatte in die FPÖ zu tragen“.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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