04.01.2021 12:49 |

Uneinigkeit bei Schule

Freitest-Aus: Klassen länger im Distance Learning?

Das Hin und Her von Regierung und Opposition zum Thema Freitesten könnte auch Folgen für Hunderttausende Schüler und ihre Eltern haben, die sich derzeit in den Weihnachtsferien befinden und am Donnerstag zum wiederholten Male seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Distance Learning starten. Anstatt mit 18. Jänner in die Klassen zurückzukehren, sollen die Schulen nach der Aussage von ÖVP-Klubobmann August Wöginger für eine weitere Woche für den Präsenzunterricht geschlossen bleiben. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) legte sich am Montagvormittag nicht fest, Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) geht hingegen davon aus, dass der Unterricht vor Ort wie geplant beginnt.

Der Lockdown in Österreich kann de facto nicht um eine Woche verkürzt werden, die Möglichkeit des vorzeitigen Freitestens entfällt angesichts der am Sonntag angekündigten Blockade der Opposition. Damit werden nicht nur Handel, Gastronomie und Tourismus frühestens am 24. Jänner öffnen - auch die Schulen könnten betroffen sein, wenn es nach den Worten von Wöginger geht. Gefragt, ob auch Schulen erst frühestens am 25. Jänner ihre Pforten für den Präsenzunterricht wieder öffnen dürfen, hatte der ÖVP-Klubobmann Montagfrüh gesagt: „Ja. Lockdown ist Lockdown.“

Faßmann: Schulen von längerem Lockdown nicht umfasst
Bildungsminister Faßmann sagte im Ö1-„Mittagsjournal“ allerdings, er gehe davon aus, dass der Unterricht wie geplant am 18. Jänner beginnt. Der Bereich Schule sei im Gegensatz zu den Bereichen Handel, Gastronomie oder körpernahe Dienstleister in der diskutierten Lockdown-Regelung nicht umfasst gewesen, daher gelte, was „derzeit gültige Gesetzeslage“ sei: Am kommenden Donnerstag, dem 7. Jänner, startet der Unterricht demnach im Distance Learning, am 18. in den Klassenzimmern. „Davon müssen wir ausgehen“, so Faßmann.

Eine Garantie für diesen geplanten Termin sei freilich nicht möglich, sagte Faßmann. Die Rückkehr in die Klassenzimmer sei immer abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen, außerdem verwies das Ministerium noch auf die laufenden Gespräche mit allen Parlamentsparteien sowie den Landeshauptleuten.

Anschober hofft auf Konsens bei Tests etwa für Berufsgruppen
Gesundheitsminister Anschober wollte Fragen nach einem verlängertem Distance Learning am Vormittag nicht beantworten. Er könne den Gesprächen „nicht vorgreifen“. Er bedauere das Nein der Opposition zum Freitest-Plan, akzeptiere aber die demokratische Entscheidung, sagte er nach der Sitzung des Hauptausschusses im Parlament. Nun hoffe er darauf, dass bei den drei anderen geplanten Punkten ein Konsens gefunden werde.

Der Minister meint damit die Tests betreffend der Berufsgruppen, die auch die Lehrer umfassen könnten, jene für Zugänge zu Gastronomie, Tourismus oder Events sowie jene in Regionen mit hohem Infektionsgeschehen. Dazu seien weitere Gespräche mit der Opposition angesetzt.

Dass der Schulbetrieb am 7. Jänner im Distance Learning startet, bedeute aber nicht, dass es sich um eine Verlängerung der Ferien handle, wie erneut betont wurde. Kindergärten sind von den Lockdown-Regelungen nicht betroffen.

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