13.12.2020 06:55 |

BergKrone

Wintersport: Wildtiere brauchen jetzt viel Ruhe!

Meterhoch Neuschnee hat Kärntens und Osttirols Bergwelt in ein wahres Wintermärchen verwandelt. Doch was uns Wintersportler in die Berge lockt, ist für viele Wildtiere ein Kampf ums Überleben. Erfahrene Weidmänner appellieren daher: „Nehmt auf euren Touren auch Rücksicht auf das Wild!“

Skitourengeher und Schneeschuhwanderer vereint die Begeisterung für die Natur. Deshalb gehen wir ja hinaus in unsere geliebte Bergwelt und deshalb sollten wir das bewahren und schützen, was wir lieben. Dazu zählt auch der Respekt gegenüber den Wildtieren, den Bewohnern der Wälder und Berge.

Natur ist kein Streichelzoo
„Die Natur ist kein Streichelzoo, wo es lieb und nett zu geht. Nur wer draußen zurecht kommt, der überlebt. Die Schneemassen allein kann das Wild bewältigen, hat es sich doch im Sommer und Herbst Fettreserven angefressen. Aber das funktioniert nur, wenn man die Tiere im Winter in Ruhe lässt“, so der Obervellacher Klaus Eisank, der im Nationalpark Hohe Tauern für das Jagdmanagement zuständig ist.

Auf den Routen bleiben
Denn der erfahrene Weidmann weiß, dass sich Hirsch, Reh und Gams sehr wohl an Skitourengeher gewöhnen können: „Im Mallnitzer Tauerntal führen Skirouten hinauf zur Hagener Hütte und den Romaten Spitz, genau dazwischen haben Gämse ihr Winterrückzugsgebiet. Wenn die Tourengeher entlang der bekannten Routen aufsteigen und wieder abfahren macht dies dem Wild gar nichts. Doch wenn man in den Einstand hineinfährt, um das Gamswild zu fotografieren, dann flüchten die Tiere und verbrauchen sehr viel ihrer lebensnotwendigen Energie. Das kann bei diesen gewaltigen Schneemassen für einige sogar den Tod bedeuten.“

Notfütterungen
In stark frequentierten Gebieten und in dicht besiedelten Lebensräumen benötigt das Wild bei solchen extremen Schneebedingungen Notfütterungen und verantwortungsbewusste Jäger, wie etwa den Drautaler Landtagsabgeordneten Ferdinand Hueter. Er steigt regelmäßig auf, um den Tieren mit Heufutter durch die karge Jahreszeit zu helfen, die unter anderen von Jäger und Förster Hans Obertaxer als die natürliche Fastzeit des Wildes bezeichnet wird.

Denn für Hans gibt es in Kärnten „leider nur noch ganz wenige Gebiete, wo Wildtiere ungestört die kalte Jahreszeit verbringen können.“ Und für den Baldramsdorfer ist es somit klar: „Wir Jäger müssen den Hungertod beim Wild unter diesen Extrembedingungen verhindern und die Tiere mittels Notfütterung von Siedlungen und viel befahrenen Straßen fernhalten, denn natürlich bevorzugt auch das Wild geräumte Flächen.“

Die Kosten dafür tragen übrigens die Jäger großteils selbst. Als Skitourengeher und Schneeschuhwanderer können wir den Wildtieren helfen, indem wir vor allem in den Wäldern auf bestehenden und bekannten Routen bleiben, Hunde an die Leine nehmen und Wildruhezonen beachten.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 27. Oktober 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)