11.12.2020 20:35 |

Skiflug-WM in Planica

Hayböck nach Tag 1 in Lauerposition für Edelmetall

Die Hoffnung lebt - Michael Hayböck nimmt den zweiten Tag der Skiflug-WM in Planica als Medaillenanwärter in Angriff! Nach zwei von vier Durchgängen rangiert der 29-jährige Oberösterreicher, der auf Weiten von 245,5 und 217 Meter kam, an der vierten Stelle. Nur 2,8 Punkte oder 2,5 Meter trennen ihn von einem Podestplatz. Halbzeit-Spitzenreiter ist der Deutsche Karl Geiger (241/223,5).

„Die Ausgangsposition ist super“, freute sich Hayböck, der schon in der Qualifikation als Zweiter aufgezeigt hatte. Dennoch sei für ihn alles noch „ein bisschen surreal“, meinte der 29-Jährige im ORF-Fernsehen. Nach positivem Corona-Test und folgender Quarantäne hatte erst ein negativer Test in letzter Minute die Teilnahme ermöglicht. Nach dem ersten Flug war er mit persönlicher Bestweite Zweiter. „Da hat alles zusammengepasst, mir ist fast ein bisschen schiach geworden, ich habe schon ins Flache gesehen“, resümierte der Wahl-Salzburger den ersten Durchgang. Beim zweiten Versuch fehlte der Aufwind, Hayböck verzeichnete den kürzesten Flug der besten acht.

Dennoch ist der Gewinner von fünf Weltcup-Bewerben im Skispringen voll im Rennen um die erste Einzelmedaille seiner Karriere. Sechs Stück hat er daheim im neuen Haus in Rif bei Salzburg, viermal Silber und zweimal Bronze mit der Mannschaft bei Großereignissen. An die Medaille dachte Hayböck am Freitag aber noch nicht, seine Gedanken galten nach Infektion, Quarantäne und verpasstem Training vielmehr der Fitness. „Solche Flüge gehen ziemlich in die Knochen, wenn die Vorbereitung nicht so ausgefallen ist, wie man es sich wünschen würde“, erklärte Hayböck. „Aber ich werde alles tun, damit ich am Samstag (16 Uhr) topfit dastehe.“

HIER im VIDEO finden Sie ein Interview, das ÖSV-Direktor Mario Stecher vor dem Beginn des Skiflug-Bewerbs mit sportkrone.at geführt hat!

Von topfit war Weltcup-Sieger Kraft am Donnerstag und Freitag weit entfernt. Beim 27-Jährigen waren Rückenprobleme wieder akut geworden, die ihn schon in der Vorbereitung stark eingeschränkt hatten. Beim Weltcup-Auftakt in Wisla war alles gut gewesen, die neuerlichen Beschwerden führte Kraft auf den Start „von null auf hundert“ nach der Zwangspause und nach dem sehr kurzfristigen grünen Licht erst am Mittwoch nach negativem Corona-Test zurück. „Die Schmerzen sind großflächig am Becken, Rücken und den Leisten, ich kann gar keinen Punkt sagen“, meinte Kraft im ORF, ehe er am Freitagnachmittag zu genauen Untersuchungen nach Innsbruck reiste.

Ein Antreten im Teambewerb am Sonntag hielt er sich offen: „Wenn ich mich Samstagmittag bereit fühle, würde ich gerne kommen.“ Ein gesunder Kraft wäre nötig, will die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Widhölzl - dem früheren Skiflug-Vizeweltmeister - um Edelmetall mitmischen. Denn Deutschland hat neben Geiger mit dem vorerst drittplatzierten Markus Eisenbichler (220/247 m), Pius Paschke (11.) und Constantin Schmid (13.) weitere starke Springer. Eisenbichler segelte im zweiten Versuch zur Tageshöchstweite und jubelte schon beim Ausfahren: „Das war eine Granate!“

Titelverteidiger Norwegen, angeführt vom zweitplatzierten Halvor Egner Granerud (221/229,5) und Robert Johansson (5.) sowie Polen mit Piotr Zyla (7.) und Kamil Stoch (8.) waren gut aufgestellt. Im ÖSV-Team hatten die Tiroler Philipp Aschenwald (201,5/218) als 18. und Gregor Schlierenzauer (193/199,5) als 26. Aufholbedarf. Der kurzfristig anstelle von Kraft nominierte Flug-Debütant Timon-Pascal Kahofer hatte sich als 34. nach dem ersten Durchgang nicht für weitere Flüge qualifiziert.

Der Zwischenstand nach 2 von 4 Durchgängen:
1. Karl Geiger (GER) 431,2 Punkte (241,0/223,5 m)
2. Halvor Egner Granerud (NOR) 426,6 (221,0/229,5)
3. Markus Eisenbichler (GER) 425,7 (220,0/247,0)
4. Michael Hayböck (AUT) 422,9 (245,5/217,0)
5. Robert Johansson (NOR) 411,4 (220,0/228,5)
6. Yukiya Sato (JPN) 408,9 (222,0/229,0)
7. Piotr Zyla (POL) 408,5 (221,5/224,5)
8. Kamil Stoch (POL) 399,0 (213,0/229,0)
9. Jewgenij Klimow (RUS) 397,0 (237,0/208,0)
10. Andrzej Stekala (POL) 396,5 (224,5/215,5)
Weiters:
18. Philipp Aschenwald (AUT) 366,7 (201,5/218,0)
26. Gregor Schlierenzauer (AUT) 342,5 (193,0/199,5)

Nicht für zweiten Durchgang der besten 30 qualifiziert u.a.:  34. Timon-Pascal Kahofer (AUT)

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