10.12.2020 08:25 |

Corona-Krise

Jugendliche immer öfter mit Fake News konfrontiert

Von fragwürdigen Tipps zum Gesundheitsschutz über Verharmlosungen der Auswirkungen des Virus bis hin zu wilden Verschwörungserzählungen: Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene begegnen in der Corona-Krise Falschnachrichten. Drei Viertel (76 Prozent) der 14- bis 24-Jährigen werden mindestens einmal pro Woche mit Falschnachrichten online oder in den sozialen Medien konfrontiert - das sind 50 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Zudem hat sich die Zahl derjenigen, die mehrmals täglich auf Falschnachrichten stoßen seit dem letzten Jahr fast verdoppelt (21 Prozent gegenüber 12 Prozent). Das sind die Ergebnisse einer Befragung 14- bis 24-Jähriger zum Umgang mit Desinformation im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland.

„Das Coronavirus gibt es nicht“. Oder: „Bill Gates hat es erfunden“. Die meisten jungen Menschen haben bereits gängige Falschaussagen oder Verschwörungserzählungen in Zusammenhang mit der Pandemie wahrgenommen. 64 Prozent der jungen Menschen geben an, dass es ihnen bei Nachrichten zum Covid 19-Virus schwerer fällt als bei anderen Themen, glaubwürdige von unglaubwürdigen Informationen zu unterscheiden.

Während die Verbreitung von Falschnachrichten im Rahmen der Corona-Pandemie deutlich zunimmt, wächst die Kompetenz im Umgang mit Desinformation hingegen nur langsam: Immerhin ein Drittel (34 Prozent) der jungen Menschen traut sich nicht zu, Falschnachrichten als solche zu erkennen. Unter denen mit formal niedrigem Bildungshintergrund sind es 39 Prozent - zehn Prozent mehr als bei jungen Menschen mit einem formal hohen Bildungshintergrund (29 Prozent).

Bildungseinrichtungen erfüllen ihre Aufgabe hier insgesamt unzureichend: Nur bei 30 Prozent der jungen Menschen in Deutschland sind Falschnachrichten ein Thema für den Unterricht.

Schulfach Medienkompetenz 
„Seit Beginn der Corona-Pandemie findet der Lebensalltag junger Menschen noch mehr als bisher im digitalen Raum statt. Gleichzeitig haben wir in den letzten Jahren versäumt, junge Menschen ausreichend im Umgang mit der digitalen Desinformation zu stärken“, so Inger Paus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Vodafone Stiftung.

„Dabei ist unter jungen Menschen in Deutschland längst Konsens, dass Medieninformationskompetenz genauso auf die Lehrpläne der Schulen gehört wie Deutsch und Mathematik. Wir sollten auf die Jugend hören - und die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen für Lehrkräfte zügig vorantreiben.“

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