07.12.2020 10:20 |

Schmuck & Uhren

„Bieten ein 5-Sterne-Erlebnis“

„Huber Fine Watches & Jewellery“ feierte kürzlich die Eröffnung der zweiten Boutique in Vorarlberg. Die „Krone“ durfte mit Inhaber Norman J. Huber in die Faszination der zeitlosen Kostbarkeiten eintauchen.

Norman J. Huber führt das traditionsreiche liechtensteinische Familienunternehmen „Huber Fine Watches & Jewellery“ in vierter Generation. Bereits vor 30 Jahren hat er in Lech den ersten Standort in Vorarlberg eröffnet, jüngst folgt das zweite Geschäftslokal in Bregenz.

Herr Huber, was macht für Sie die Faszination von Uhren und Schmuck aus?

Das Handwerk. Wenn man erlebt, wie eine Uhr von Hand gemacht wird, dann erkennt man wie viel Liebe und Sorgfalt dahinter steckt. Die Uhr bekommt dadurch einen völlig anderen Wert. Das ist auch der Grund, weshalb wir für Interessierte Manufakturbesuche anbieten.

Sie feiern heuer ihr 30-jähriges Bestehen in Lech. War es nur eine Frage der Zeit, dass Huber auch im „Tal“ einen Standort eröffnet?

Es ist verrückt, dass es schon wieder 30 Jahre sind, die wir am Arlberg sein dürfen. Es waren intensive, schöne und erfolgreiche Jahre mit einem tollen Publikum, das wie auf uns zugeschnitten ist. Ich bin zwar Liechtensteiner, aber es gibt mit Vorarlberg keine Berührungsängste. Wir sind ja auf derselben Wellenlänge und sprechen dieselbe Sprache. Daher hatte ich einen Standort in Bregenz bereits seit Längerem im Hinterkopf, allerdings musste die Zeit erst reif dafür sein und natürlich mussten auch unsere Lieferanten mitmachen. Umso glücklicher sind wir jetzt, in Bregenz den idealen Standort gefunden zu haben.

Die Dependance in Bregenz ist seit Mitte Oktober geöffnet. Wie wir sie angenommen?

Wir wurden überrannt! Es war überraschend, wie gut die Leute unser Angebot annehmen, alle sind positiv auf die Dependance eingestellt und es macht einfach Spaß.

Sind Sie auch in Bregenz ihrer Linie treu geblieben?

Ja, absolut. Wir möchten unseren Gästen und Kunden ein 5-Sterne-Erlebnis bieten, wie in einem Hotel. Besonders großen Wert legen wir auf die Ausbildung unserer Mitarbeiter. Das heißt, unser Anspruch an die Beratung ist genauso hoch wie die Qualität unserer Produkte. Eines ist mir ganz wichtig: Jeder ist bei uns willkommen, niemand braucht Hemmungen zu haben. Wir sind zwar ein exklusives, aber kein elitäres Haus. Wir bemühen uns um jeden Gast.

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Wir sind zwar ein exklusives, aber kein elitäres Haus. Wir bemühen uns um jeden Gast.

Norman J. Huber

Wir erleben derzeit mit der Coronakrise eine herausfordernde Zeit. Wie erleben Sie die Krise?

Trotz der besonderen Umstände sind bei uns die Verkaufszahlen nicht eingebrochen. Man merkt, dass die Leute nicht in den Urlaub gehen und das Geld dann für etwas Anderes, etwas Besonderes ausgeben - und genau dafür ist unser Sortiment prädestiniert. Allerdings spüren auch wir die Krise: Wir haben in Vaduz ein Geschäftsmodell, welches sich auf internationale Gäste aus Fernost und Asien spezialisiert hat - da läuft derzeit logischerweise überhaupt nichts. Umso glücklicher bin ich darüber, dass wir auch gut mit den lokalen Kunden aus der Region überleben können. Das Potenzial der Region ist auch ein Grund, weshalb wir uns für Bregenz entschieden haben. Das internationale Geschäft ist dann eine Zugabe.

Wie gehen Sie mit Kritikern um, die nicht verstehen, dass man derzeit in Luxus investiert?

Es gibt immer Leute, die Geld haben und das auch ausgeben wollen. Wie gesagt, Krise hin oder her, bei uns läuft es sehr gut. Auch überaus teure Stücke wie etwa Golduhren finden Käufer - die Leute wollen sich einfach etwas gönnen.

Ist eine teure Uhr auch eine gute Wertanlage?

Wir wollen keine Kunden bedienen, die eine Uhr als Wertanlage ansehen. Wir möchten, dass der Kunde die Uhr trägt. Wenn sie den Wert behält, umso besser. Aber das ist nicht vordergründig für uns. Wir wollen keine Spekulanten, die mit Uhren handeln.

Was macht die Anziehungskraft von Marken wie Rolex oder Cartier aus?

Das zeitlose Design. Wenn ich in den 80er-Jahren eine Rolex GMT gekauft habe, sehe ich heute noch dieselbe Uhr im Schaufenster - natürlich auf dem neuesten technischen Stand, aber sie wird noch gebaut. Und das ist eine Bestätigung für den Kunden, weil es einfach zeitlose Schönheiten sind. Wir verkaufen keine Uhren, wir verkaufen Emotionen. Eine Uhr ist nicht wie ein Auto - je teurer, je schneller. Man braucht keine Uhr für 20.000 Euro - man hat ja heute ein Handy, um die Zeit abzulesen. Aber ein Handy bleibt eben ein Nutzgegenstand ohne Emotion.

Es gibt für spezielle Uhrenmodelle eine große Nachfrage mit langen Wartelisten. Was hat es damit auf sich?

Ganz einfach: Die Nachfrage ist regelrecht explodiert. Und man kann bei der Fertigung von Uhren nicht so einfach den Schalter umlegen und die Produktion hochfahren - dafür fehlt es schlicht an den geeigneten Uhrmachern. Das Angebot ist gewissermaßen einzementiert, die Nachfrage sogar jetzt in der Krise ungebrochen hoch.

Wie sieht ein Tag im Leben von Norman J. Huber aus?

Ich bin kein Frühaufsteher, also keine Termine vor 10 Uhr. Ich liebe es, am Morgen zu Hause langsam in den Tag zu starten. Dafür verzichte ich auf das Mittagessen und hole so die Zeit wieder herein. Am Nachmittag kümmere ich mich um Kundenwünsche, Mitarbeiteranliegen und Administratives. Ich versuche, immer am Puls zu sein. Ich bin kein Zahlenmensch und folge dem Motto: „Wenn wir zufriedene Kunden und Mitarbeiter haben, dann stimmen die Zahlen sowieso!“

Daten und Fakten: Das liechtensteinische Familienunternehmen (gegründet 1900) zählt zu den traditionsreichsten Häusern der Uhren- und Schmuckbranche in Europa. „Huber Fine Watches & Jewellery“ verfügt über mehrere Standorte im Dreiländereck Liechtenstein - Schweiz - Vorarlberg. Norman J. Huber, ausgebildeter Goldschmied und Gemmologe, hat in den 1980er-Jahren das Unternehmen in vierter Generation von seinem Vater und seinem Onkel übernommen und es über die Jahre kontinuierlich ausgebaut.

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