03.12.2020 14:13 |

Auslandsreisen-Sager

Kogler wirft Kurz „mangelnde Sensibilität“ vor

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist wegen seiner Corona-Kommunikation mit Kritik seines Regierungspartners konfrontiert. „Wie die Reisebeschränkungen zum Teil kommuniziert wurden, war auch für mich einseitig und von mangelnder Sensibilität“, erklärte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Donnerstag. Kurz hatte davon gesprochen, dass das Virus durch Auslandsreisen „eingeschleppt“ würde (siehe Video oben).

„Wir hatten im Sommer sehr, sehr niedrige Ansteckungszahlen nach dem Lockdown und haben dann durch Reiserückkehrer und insbesondere durch Menschen, die in ihren Herkunftsländern den Sommer verbracht haben, uns Ansteckungen wieder ins Land hereingeschleppt“, hatte Kurz in der Pressekonferenz am Mittwoch die Reisebeschränkungen argumentiert. „Wenn wir in den Sommer zurückblicken, dann wissen wir, dass wir ein Drittel unserer Neuinfektionen im Sommer aus dem Ausland eingeschleppt haben“, bekräftigte er dann am Abend in der „ZiB 2“.

Video: Kurz erklärt neue Corona-Maßnahmen

„Virus macht keinen Unterschied, wo in großen Gruppen gefeiert wird“
Diese Wortwahl stieß Kogler sauer auf. „Das Virus macht keinen Unterschied, wo in großen Gruppen gefeiert wird. Ich bedaure sehr, dass das viele Menschen als verletzend erlebt haben. Und ich denke da besonders an die vielen Frauen und Männer, die sich bei uns seit vielen Monaten in Pflegeheimen, Spitälern - da auch in den Intensivstationen - und in anderen wichtigen Bereichen voll einsetzen“, so der Grünen-Chef. Viele von ihnen hätten biografische Wurzeln in den „gestern einseitig angesprochenen Regionen“, meinte Kogler und forderte mehr Respekt und Feingefühl.

Rendi-Wagner warnt vor „unkontrollierten Infektionsimporten aus Ausland“
Ein ähnliches Wording wie Kurz verwendete allerdings auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner in Bezug auf die neuen Einreisebestimmungen: „Jetzt ist es umso wichtiger, dass es nicht zu unkontrollierten Infektionsimporten aus dem Ausland kommt“, mahnte die SPÖ-Bundesparteichefin (siehe Video unten). 

„Reisebeschränkungen sinnvoll und notwendig“
Die Reisebeschränkungen seien eine „sinnvolle und notwendige“ Maßnahme für die nächsten Wochen, betonte Kogler. In Österreich habe man die Gastronomie und Hotels geschlossen und strengere Ausgangsbeschränkungen als in einigen Nachbarländern. Auch private Treffen seien teils strenger geregelt als in vielen Ländern Europas.

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