26.11.2020 06:00 |

Festnahmen in Italien

Coronavirus bei Schlepperfahrt mit an Bord

Razzien im Morgengrauen bei Turin (Italien): Nach monatelangen Ermittlungen sprengte die Polizei eine Schlepperbande, die Flüchtlinge per Autos nach Österreich und Frankreich geschleust haben soll. Darunter auch illegale Kunden, die eigentlich in behördlich verordneter Covid-Quarantäne sein sollten.

Dutzende Italo-Polizei-Einheiten strömten im Morgengrauen in und rund um Turin aus, um nach monatelangen Observierungen zum Rundumschlag gegen eine dreiste Schlepperbande auszuholen. Mit Erfolg: Im Zuge der zahlreichen Razzien klickten für acht mutmaßliche Drahtzieher die Handschellen – weitere 67 Verdächtige stehen auf der Anklageliste und befinden sich im Hausarrest.

Das Netzwerk soll seit mindestens zwei Jahren groß im Schleppergeschäft aktiv gewesen sein – und sich dabei vor allem auf Schleusungen von Minderjährigen bzw. jungen Erwachsenen spezialisiert haben.

Kriminelles Netzwerk mit klaren Strukturen
Und das kriminelle Netzwerk, das hauptsächlich von Flüchtlingen betrieben wurde, hatte ganz klare Strukturen: Während die einen Bandenmitglieder sich um die gefälschten Dokumente kümmerten, organisierten die anderen vorübergehende Unterkünfte für die gut zahlenden Kunden. Wo die Illegalen (hauptsächlich Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Pakistan, Indien und Bangladesch) von weiteren Komplizen abgeholt und von Italien aus per Autos über den Brenner nach Österreich bzw. nach Frankreich geschleppt wurden.

Dabei war es der Bande (wenig überraschend) egal, in welchem körperlichen Zustand ihre Kunden waren – und/oder ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Beim jüngsten Aufgriff hätten sich fünf der zwölf Gefassten (sie hatten alle um Asyl in Italien angesucht) eigentlich in behördlich verordneter Covid-Quarantäne befinden müssen.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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