24.11.2020 11:04 |

China holt Gestein

Historische Mondmission zum „Ozean der Stürme“

Start zu einer historischen Mondmission: China hat Dienstagfrüh (Ortszeit) ein unbemanntes Raumschiff auf den Weg zu einer Landung auf dem Mond gebracht. Bei dem Flug sollen erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten wieder Gesteinsproben zur Erde geholt werden. Die Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“ hob vom Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der Insel Hainan ab. Das nach der chinesischen Mondgöttin „Chang‘e 5“ benannte Raumschiff soll voraussichtlich am Sonntag einen Lander auf den Mond bringen, der Gestein und Bohrproben einsammelt.

Bei einer erfolgreichen Rückkehr wäre China nach den USA und der UdSSR in den 60er- und 70er-Jahren erst die dritte Raumfahrtnation, der ein solches Vorhaben gelingt. Das Raumschiff soll in einem Vulkangebiet im „Ozean der Stürme“ auf der erdzugewandten Seite des Mondes landen. Die Mission gilt als eine der kompliziertesten, die Chinas Raumfahrt jemals unternommen hat: Erstmals würde eine chinesische Aufstiegsstufe wieder vom Mond starten, Gesteinsproben mitnehmen und ein Andockmanöver im Orbit des Erdtrabanten vornehmen, bevor die Rückkehrkapsel zur Erde zurückfliegt.

Plan: Zwei Kilo Mondgestein aus bis zu zwei Metern Tiefe
Das 8200 Kilogramm schwere Raumschiff besteht aus vier Modulen: dem Orbiter mit der Rückkehrkapsel sowie dem Lander mit der Aufstiegsstufe. Nach dem Aufsetzen auf der Mondoberfläche soll das Landegerät mit einem langen Arm rund zwei Kilo Mondgestein und auch Proben aus Bohrungen aus bis zu zwei Metern Tiefe zusammentragen. Nach dem Aufstieg und dem Docking-Manöver mit dem Orbiter sollen die Gesteinsproben in die Kapsel verladen werden, die dann zur Erde zurückkehrt.

Erstmals „junges“ Mondmaterial im Fokus
Die Wissenschaftler warten gespannt auf die Proben, denn bisher wurde noch kein Gestein aus der jüngeren Mondgeschichte zu Untersuchungen zur Erde gebracht. Der „Ozean der Stürme“ ist nur 1,2 Millionen Jahre alt. Mondgestein, das die USA und die Sowjetunion eingesammelt hatten, ist mit 3,1 bzw. 4,4 Millionen Jahren deutlich älter.

Erste Mond-Probe seit 1976
Die Forschung erhofft sich von den Proben neue Erkenntnisse über die vulkanische Aktivität und die Geschichte des Mondes. Die „Apollo“-Missionen der USA hatten rund 380 Kilo Mondgestein mitgebracht. Die Sowjetunion sammelte insgesamt 300 Gramm ein - zuletzt mit der unbemannten „Luna 24“-Mission 1976, als rund 170 Gramm Mondstaub zur Erde gebracht wurden.

Chinesischer Erfolg auf der dunklen Seite des Mondes
China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm mit Missionen zum Mond und Mars sowie dem Aufbau einer eigenen Raumstation. Im Jänner 2019 landete China als erste Raumfahrtnation mit „Chang‘e 4“ auf der relativ unerforschten erdabgewandten Seite des Mondes. Dort wurde ein Rover ausgesetzt, der weiter die Oberfläche erforscht.

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