03.01.2019 06:11 |

China gelingt Rekord

Welt sieht erstmals Mondrückseite aus der Nähe

Erstmals in der Geschichte ist eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Die chinesische „Chang‘e 4“ setzte nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua am frühen Donnerstagmorgen um 3.26 Uhr am Aitken-Krater in der Nähe des Südpols des Erdtrabanten auf. Die ersten Bilder der erdabgewandten Seite wurden schon veröffentlicht. Mit an Bord der Sonde: Gemüsesamen, um den Anbau bei geringer Schwerkraft zu testen.

Ausflüge von Raumschiffen und Astronauten auf den Mond gab es schon viele. China ist nun aber die erste Nation, die auch auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes gelandet ist. An Bord der „Chang‘e 4“ befindet sich ein Roboterfahrzeug, das in einem nächsten Schritt das Terrain um die Landestelle erkunden soll.

Chinesische Experten hatten die Mission im Vorfeld als sehr anspruchsvoll bezeichnet. Als Hürde galt die reibungslose Kommunikation mit der Erde, weil auf der Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann. Deshalb brachten die Chinesen bereits im Mai den Übertragungssatelliten „Queqiao“ (Brücke der Elstern) in Position, um Signale aus dem Funkschatten senden zu können.

„Oberfläche ist hier nicht so eben“
Wie die ersten Bilder von der Mondrückseite beweisen, sieht es für den Laien nicht viel anders aus als auf der Vorderseite. Doch der Schein trügt: Der Boden ist nicht so eben wie auf der Seite, die der Erde zugewandt ist - daran sollen größere Einschläge von Himmelskörpern verantwortlich sein. Außerdem ist diese Seite heller, weil es darauf weniger Gebiete mit erstarrter Lava gibt, die dunkel auf der Oberfläche zum Vorschein kommen. 

China testet Gemüseanbau auf dem Erdtrabanten
Mit einem reibungslosen Ablauf der Mond-Mission soll unter Beweis gestellt werden, dass Chinas ambitioniertes Raumfahrtprogramm große Fortschritte macht. Geplant sind unter anderem Experimente mit niedrigen Radiofrequenzen. Ohne die Erdatmosphäre und andere Störungen können Astronomen in der Stille des Alls besser Signale auffangen und hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne. Zudem hat „Chang‘e 4“ Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Vorbereitung für bemannte Mondmissionen
An Bord ist auch ein von Wissenschaftlern der Kieler Christian-Albrechts-Universität entwickeltes Strahlenmessgerät. Das Kieler Experiment soll mindestens ein Jahr lang die Strahlung und den Wassergehalt des Bodens messen und die Daten zur Erde schicken. Die Erkenntnisse daraus sollen helfen, zukünftige bemannte Mondmissionen vorzubereiten.

China plant noch heuer eine weitere unbemannte Landung, um Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Bis 2030 soll erstmals ein Chinese einen Fuß auf den Erdtrabanten setzen. Die Mondmissionen sind nur ein Teil des ehrgeizigen Raumfahrtprogramms Chinas, das auch den Bau einer Raumstation im Jahr 2022 vorsieht.

Fünf Jahrzehnte nach erster Mondlandung durch die USA
„Chang‘e 4“ war am 8. Dezember von der Erde gestartet und erreichte laut dem Staatsfernsehen am 12. Dezember die Mond-Umlaufbahn. Mit „Chang‘e 3“ hatten die Chinesen erstmals 2013 eine Sonde auf der Vorderseite des Erdtrabanten gelandet - weit später als Russen und Amerikaner. Die USA hatten nach unbemannten Sonden zwischen 1969 und 1972 auch zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten gebracht.

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