18.11.2020 13:29 |

Kritik an Kurz-Idee

SPÖ: „Massentests müssten wiederholt werden“

Die Kritik an den von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angekündigten Massentestungen auf das Coronavirus will einfach nicht verstummen. So erklärte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner, die Tests müssten mindestens einmal wiederholt werden. Unbedingt notwendig seien aber vielmehr regelmäßige Schwerpunkttestungen im Gesundheitswesen, an den Schulen und in den Alten- und Pflegeheimen, erklärte die studierte Medizinerin Rendi-Wagner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Sie forderte einmal von der Regierung, endlich das Contact Tracing auszubauen und es nicht auf die Bundesländer abzuschieben.

Das Problem an den von Kurz angekündigten Antigen-Massentests sei es, dass sie jene, die sich in der Inkubationszeit befinden, nicht erfassen. „Dadurch ergeben sie kein Gesamtbild. Menschen in der Inkubationszeit scheinen falsch negativ auf und liefern erst in zwei bis drei Tagen einen positiven Test.“ Daher müssten Massentest nach fünf bis zehn Tagen mindestens einmal wiederholt werden, so Rendi-Wagner. Am besten wäre es, wenn man sie in regelmäßigen Abständen mache. „Das wäre möglich, aber ich erkenne keine Strategie in den Ankündigungen des Kanzlers. Ich hoffe, dass es nicht nur eine mediale Ankündigung war, denn die Menschen erwarten sich jetzt, dass sie getestet werden.“

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Menschen in der Inkubationszeit scheinen falsch negativ auf und liefern erst in zwei bis drei Tagen einen positiven Test.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner

„Tests nur freiwillig“
Wichtig sei zudem, dass diese Tests nur freiwillig durchgeführt werden, sagte Rendi-Wagner und forderte regelmäßige Schwerpunkttestungen im Gesundheitswesen, an den Schulen und in den Alten- und Pflegeheimen. Auch das dürften nicht nur einmalige Screenings sein, sondern regelmäßige Tests. Das brauche es unbedingt nach Ende des zweiten Lockdowns, um einen dritten zu verhindern. Denn die erhoffte Impfung werde in der großen Masse nicht heute oder morgen verfügbar sein, sondern erst im Frühjahr, vielleicht auch erst im Sommer, warnte Rendi-Wagner vor verfrühten Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie.

Sie kritisierte zudem, dass der Oberste Sanitätsrat nicht besetzt sei, obwohl Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gesetzlich dazu verpflichtet sei, dieses Gremium zu beschicken. Überhaupt solle die Regierung nicht nur einen, sondern vier Zähne zulegen, um endlich ins Tun zu kommen, und nicht dem Virus nur hinterherzulaufen. „Wir müssen die Kontrolle über das Virus nach dem Lockdown behalten, sonst hat das Virus weiter die Kontrolle über uns.“

Treffen zwischen Kurz, Ärztekammer und Sozialpartner
Kurz hatte am Wochenende Massentests in der Bevölkerung angekündigt, doch der Vorschlag war nicht bei allen auf Begeisterung gestoßen. Am Mittwoch stand wegen der Vorbereitung auf die breit angelegten Corona-Tests ähnlich wie in der Slowakei ein Treffen des Bundeskanzlers mit den Sozialpartnern und der Ärztekammer statt.

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