25.10.2020 10:00 |

Zahlen gehen zurück

Quarantäne-Halbzeit in Kuchl: Eine Woche Isolation

Die Einheimischen der Tennengauer Gemeinde haben sich mittlerweile mit ihrer Lage arrangiert, auch die Corona-Fallzahlen sinken. Bürgermeister Thomas Freylinger richtete am Samstag einen dramatischen Appell an die Gemeinde.

„Es geht um uns alle in Kuchl“, appellierte Freylinger nach einer Woche Quarantäne. Zwar gehen die Corona-Zahlen bereits seit sechs Tagen zurück, dem Bürgermeister zufolge gibt es aber noch immer einige Unbelehrbare in der Tennengauer Gemeinde. Nicht nur unter den Einheimischen, wie auch die Polizei bestätigt.

Teils kuriose Ausreden
Tatsächlich sind Quarantäne-Touristen in dem gesperrten Ort keine Seltenheit. Die Ausreden von Schaulustigen, um nach Kuchl zu kommen? „Sie wollen einfach schauen, wie es hier aussieht“, berichtet eine Polizistin an einer der gesperrten Ortseinfahrten von den kuriosesten Scheinargumenten. Oder: „Ich muss zum Hofer in Kuchl, weil es ein bestimmtes Produkt in meinem Supermarkt nicht gibt, aber in Kuchl.“ Für die Polizei jedoch kein Grund, ein Auge zuzudrücken. „Wir lassen solche Leute natürlich nicht durch“, betont die Beamtin beim „Krone“-Lokalaugenschein.

In dem Ort mit - Stand Samstag, 8.30 Uhr - 98 aktiven Fällen wagten sich am Vormittag nur wenige Bewohner vor die Tür. „Ich fühle mich nicht eingesperrt in Kuchl. Mir fehlt hier nichts“, erzählt Waltraud Baumann. Sie habe schließlich alles, was sie brauche, findet die Einheimische. Kommenden Sonntag endet die Quarantäne. Doch ohnehin „hat sich nichts verändert“, sagt Baumann. „Man soll die Quarantäne nicht zu sehr dramatisieren“, betont ein weiterer Kuchler, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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