„Kein Grund mehr“

Schweden hebt Isolation für ältere Menschen auf

Ausland
22.10.2020 17:07

Schweden hat wegen seines Sonderwegs bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in der Vergangenheit schon häufiger für Schlagzeilen gesorgt. Bisher hatte es dort für ältere Menschen etwa eine Empfehlung zur Selbstisolation gegeben, um sich vor einer möglichen Covid-Infektion zu schützen. Am Donnerstag sagte jedoch Sozialministerin Lena Hallengren, dass es „keinen Grund mehr“ gäbe, warum für ältere Menschen andere Maßnahmen als für den Rest der Bevölkerung gelten sollten. 

Die Maßnahmen für den älteren Teil der schwedischen Bevölkerung hätten zwar „einen großen Effekt“ gehabt, ein Bericht habe jedoch gezeigt, dass die Isolation bei vielen Älteren negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit gehabt hätte.

Selbstisolation galt bisher für Ältere
Bisher waren Personen, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören dazu angehalten, öffentliche Verkehrsmittel und physischen Kontakt zu anderen Menschen zu meiden. Außerdem sollten sie sich von Geschäften und anderen öffentlichen Orten fernhalten.

Eine Busstation in der schwedischen Stadt Uppsala (Bild: AP)
Eine Busstation in der schwedischen Stadt Uppsala
Eine Busstation in der schwedischen Stadt Uppsala (Bild: AP)
Eine Busstation in der schwedischen Stadt Uppsala

Alle Schweden müssen Verantwortung übernehmen
Hallengren begründete ihre Entscheidung damit, dass man heute schon mehr über das Coronavirus wisse. „Deshalb müssen wir alle in Schweden jetzt die gleiche Verantwortung übernehmen, um uns und andere zu schützen“, sagte sie.

Region führt strengere Empfehlungen ein
In der Region Uppsala, in der auch die gleichnamige Studentenstadt liegt, gelten in den kommenden zwei Wochen strengere Empfehlungen für die gesamte Bevölkerung. Aufgrund von steigenden Infektionszahlen empfahl der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell, dass die Menschen physische Kontakte außerhalb ihres Haushalts vermeiden und auch keine Feste organisieren oder daran teilnehmen sollen.

Der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell bei einer Präsentation am Donnerstag (Bild: AFP)
Der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell bei einer Präsentation am Donnerstag

Schwedens Sonderweg der Eigenverantwortung
Von Corona-Maßnahmen ist deshalb nicht die Rede, weil Schweden - wie bereits mehrfach berichtet - einen anderen Weg als die meisten Länder geht und auf Eigenverantwortung anstatt auf Regeln setzt. Das gilt sogar für das Tragen von Masken, die nicht einmal empfohlen werden.

So wie überall in Europa nahm auch in Schweden die Zahl der Infektionsfälle in der vergangenen Woche stetig zu. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl (10,2 Millionen) ist die Zahl der Fälle aber immer noch niedriger als in vielen anderen Staaten.

Bisher infizierten sich in dem skandinavischen Land knapp 109.000 Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2, 5930 Personen starben an der von ihm ausgelösten Krankheit Covid-19. Am Donnerstag kamen 1206 neue Corona-Fälle hinzu.

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