Neuerliche Eskalation

Geiselnahme mit Messer im Chaos-Knast Asten

Übergriffe auf Beamte, Selbstmord, Brandstiftungen - und nun eine Geiselnahme mit Messer in der Justizanstalt Asten in Oberösterreich! Ein Insasse setzte einem anderen Untergebrachten am Mittwochmittag ein Messer an den Hals, um so Medikamente für seine Rückenschmerzen zu erzwingen. Der Vorfall verlief unblutig, wirft aber neuerlich Fragen zu Sicherheit in der forensischen Haftanstalt auf.

Asten mutiert immer mehr zum Chaos-Knast. Die Geiselnahme bildet einen der Höhepunkte der Vorfälle hinter den Mauern der Justizanstalt. Der Angriff ereignete sich nicht etwa auf einer Station für schwere Fälle, sondern, so ein Insider, in der Abteilung für jene untergebrachten Straftäter, die auf ihre baldige Entlassung vorbereitet werden.

Im Stützpunkt-Dienstzimmer des Wohnbereiches vier hielt ein Insasse einem anderen ein Messer an den Hals. Die Justizwache, die nicht auf der Station anwesend ist - was immer wieder kritisiert wird -, musste gerufen werden. Der Angreifer wollte mit seiner Aktion erreichen, dass er Morphine gegen seine Schmerzen bekommt. Mit Erfolg. Er erhielt die Medikamente, ein Psychiater konnte die Situation deeskalieren, der Insasse kam in die Absonderungszelle.

„Wird Zeit für Ablöse“
Landtagsabgeordneter Michael Gruber (FPÖ): „Es wird Zeit, dass der interimistische Anstaltsleiter von seiner Traumwelt in die Realität geholt wird, und dies kann nur in Form einer Ablöse erfolgen.“ Auch unter den Beschäftigten der Justizanstalt steigt die Angst. „Jetzt hatten wir schon alles: Brandstiftung, Selbstmord, Angriffe auf das Personal - nur ein toter Mitarbeiter fehlt noch.“ Gespannt ist man daher, wie das Justizministerium auf den neuerlichen Eklat in Asten reagiert. Bisher wurden Anfragen und Meldungen über Vorfälle abgeschmettert bzw. zur Kenntnis genommen.

Claudia Tröster
Claudia Tröster
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Samstag, 24. Oktober 2020
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