„In richtige Richtung“

Erster Flirt zwischen Wahlsieger Ludwig und NEOS

Wien
12.10.2020 10:14

Sieger Michael Ludwig (SPÖ) stehen nach der geschlagenen Wien-Wahl alle Optionen offen. Während der Bürgermeister noch vor dem Urnengang eine Zusammenarbeit mit FPÖ und Team HC Strache ausschloss, will er mit allen anderen Gespräche führen. Eher unwahrscheinlich ist, dass er sich mit der ÖVP einen (zu) mächtigen Partner ins Boot holt, also bleiben noch zwei Möglichkeiten: eine Fortsetzung von Rot-Grün oder das Experiment Rot-Pink. Beide möglichen Partner sind interessiert, Ludwig streute den NEOS bereits Rosen.

Rein rechnerisch könnte die SPÖ mit allen Parteien im Wiener Landtag eine Koalition bilden. Auch mit den NEOS ginge sich eine bequeme Mehrheit mit einem nicht zu starken Partner aus. Die zeigten sich bereits kurz nach der ersten Hochrechnung interessiert - und Michael Ludwig flirtet zurück: Gegenüber dem ORF sagte der Bürgermeister, die NEOS hätten sich ideologisch in die richtige Richtung entwickelt.

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist der große Wahlsieger. (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist der große Wahlsieger.

Ludwig-Urteil: Veränderung in „gesellschaftspolitischen Fragen“
„Man hat jetzt auch in den letzten Wochen gesehen, dass es bei manchen Themenschwerpunkten auch eine Verlagerung gibt. Diese Veränderung habe ich mit großem Interesse verfolgt“, so Ludwig. Vor allem jene in „gesellschaftspolitischen Fragen“ sehe er „sehr positiv“, man werde nun sehen, wie dies bei wirtschaftspolitischen Themen aussehe.

Meinl-Reisinger: NEOS an „Show“ nicht interessiert
Die NEOS wollen Verantwortung übernehmen, das machten sowohl Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr als auch Parteichefin Beate Meinl-Reisinger klar. Gegenüber Ö1 sagte die Vorsitzende, man gehe „sehr ernsthaft und sehr seriös“ in Gespräche mit der SPÖ. Natürlich sei es möglich, dass der Wahlsieger durch die NEOS nur eine noch stärkere Position gegenüber den ebenfalls an einer Koalition interessierten Grünen einnehmen wolle, an einer „Show“ seien die Pinken aber nicht interessiert.

Die NEOS - im Bild Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr und Parteivorsitzende Beate Meinl-Reisinger - wären an einer Koalition mit der Wiener SPÖ interessiert. (Bild: APA/Hans Punz)
Die NEOS - im Bild Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr und Parteivorsitzende Beate Meinl-Reisinger - wären an einer Koalition mit der Wiener SPÖ interessiert.

Wiederkehr: „Mal sehen, ob sich der Stadt-Chef traut“
Wiederkehr, der die vorläufigen acht Prozent als „Sensation“ bezeichnet, reicht Ludwig ebenfalls die Hand: „Wir sind eine echte Alternative und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Mal sehen, ob sich der Stadt-Chef traut“, so Wiederkehr zur „Krone“. Die Wien-Wahl habe gezeigt, „dass unser Weg und unsere Themen richtig sind“.

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Jetzt ist Bürgermeister Michael Ludwig am Zug. Wir sind eine echte Alternative.

NEOS-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr

Sollte es eine Zusammenarbeit mit der SPÖ geben, so sollen die Forderungen aus dem Wahlkampf bestehen bleiben: „Für die Schulen und Kindergärten muss es mehr Geld geben, wichtig sind der Klimaschutz, die Entlastung der Betriebe, gläserne Parteikassen und eine Grätzel-Offensive für die Außenbezirke.“ Auch Meinl-Reisinger betonte, ihr lägen vor allem Bildungspolitik und die Transparenz am Herzen.

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