So reagiert Wien

Hebein: „Auftrag für Fortsetzung von Rot-Grün“

Wien
11.10.2020 22:17

Die Wien-Wahl ist geschlagen, und sie brachte strahlende Gesichter bei SPÖ, ÖVP, Grünen sowie NEOS und großes Entsetzen bei der FPÖ. Welche Koalition in Wien künftig regieren wird, ist völlig offen. Während sich Ludwig noch ziemlich bedeckt hält, sieht die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein im Wahlergebnis einen „ganz klaren Auftrag für die Fortsetzung von Rot-Grün“. 

„Außergewöhnlich“
Wie Hebein sprach sich auch der grüne Klubobmann David Ellensohn dafür aus, die Koalition mit der SPÖ fortzusetzen: „Es spricht eigentlich alles für eine Fortsetzung des rot-grünen Weges.“ „Außergewöhnlich“ sei für Hebein auch, dass in der Koalition in Krisenzeiten von Corona und Klima nicht nur der Erste, sondern auch der Zweite in der Koalition Zuwächse verzeichnete.

Ludwig: „Außer FPÖ sind alle Parteien bestätigt worden“
Dass Rot-Grün vom Wähler bestätigt worden sei, wollte Ludwig (anders als Hebein und Ellensohn) explizit nicht so sehen. Außer der FPÖ seien „alle Parteien bestätigt worden“. Ludwig wolle sich alle Koalitionsoptionen offenlassen. „Man wird sehen, wo es politisch die größten Schnittmengen gibt.“ Im Vordergrund stünden für ihn die „Interessen der Wiener Bevölkerung“, sagte er im ORF.

SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner und Wiens Bürgernmeister Michael Ludwig (Bild: APA/PID/JOBST)
SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner und Wiens Bürgernmeister Michael Ludwig

Blümel: „Bei Rot-Türkis werde ich Vizebürgermeister“
„Die ÖVP Wien ist wieder da. Wir haben fünf Jahre auf diesen Tag hin gearbeitet. Und heute wissen wir, es hat sich ausgezahlt.“ So hat ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel auf das Ergebnis der Türkisen bei der Wien-Wahl reagiert. Platz zwei sei für ihn „Sensation und Wahnsinn“. Sollte eine rot-türkise Koalition zustande kommen, werde Blümel vom Finanzministerium ins Rathaus wechseln - „dafür bin ich angetreten“.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP)

NEOS bekräftigen Regierungswunsch mit SPÖ
Auch NEOS-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr zeigte sich erfreut. „Unser Kurs, mit den Themen Schulen und Kindergärten, lebendige Betriebe und einem Ende der Freunderlwirtschaft, hat offenbar bei den Wählerinnen und Wählern einen Nerv getroffen.“ Die Listenzweite der NEOS, Gemeinderatsabgeordnete Bettina Emmerling, bekräftigte den Wunsch nach einer Regierungsbeteiligung mit der SPÖ: „Wir stehen auf jeden Fall bereit, wenn wir die Themen, die uns am wichtigsten sind, umsetzen können.“

FPÖ geknickt: „Ursache für Absturz auf Ibiza“
Entsetzen dagegen bei der FPÖ Wien. Klubchef Anton Mahdalik sieht den Grund für den massiven Absturz seiner Partei vor allem beim früheren Parteichef Heinz-Christian Strache. „Da wurde viel Vertrauen verspielt“, verwies Mahdalik auf die Ibiza- und Spesenaffäre des Ex-Vizekanzlers. „Dafür kann die aktuelle Parteiführung gar nichts.“ Auch für FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp liegt die Ursache für den freiheitlichen Absturz auf Ibiza. Der Verlust sei „schmerzlich“. 

Dominik Nepp (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Dominik Nepp

Versöhnung mit Strache? „Nur, wenn er Buße tut“
Nepp bedauerte, dass mit der dezimierten Mandatsstärke nicht mehr die gleiche Oppositionsarbeit ausgeübt werden könne: „Die Kontrollkraft wird darunter leiden.“ Eine Versöhnung mit Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, sollte dieser in den Landtag einziehen, könne es erst geben, wenn dieser „Buße“ tue.

Strache hofft auf Briefwahl-Stimmen
„Es ist nicht das, was ich mir erwartet habe“, sagte Heinz-Christian Strache als Spitzenkandidat seiner Liste zum Abschneiden. „Wir sind mit einer neuen Liste von Null auf 4,3 Prozent gekommen, und es gibt ja noch die Briefwahlkarten“, gibt Strache im Gespräch mit der Rathauskorrespondenz die Hoffnung nicht auf, doch noch den Einzug ins Stadtparlament zu schaffen.

Heinz-Christian Strache (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Heinz-Christian Strache

„Meine Nachfolger haben die freiheitliche Familie zerstört“
Zudem attackierte er seine ehemalige Partei FPÖ. Schuld am Abschneiden der Freiheitlichen sei die derzeitige Führung, denn diese habe „herzlos“ eine Spaltung herbeigeführt. Diese habe viele Menschen „nicht nur verletzt, sondern vor den Kopf gestoßen“. Seine Nachfolger hätten „eiskalt und herzlos“ agiert und die freiheitliche Familie zerstört. Sie müssten daher ersetzt werden, so Strache.

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