06.10.2020 19:35 |

Nach „Sieg“ über Covid

Trump zündelt weiter: Corona „nur“ wie Grippe

US-Präsident Donald Trump hat das Coronavirus nach seinem Krankenhausaufenthalt wegen einer Infektion mit dem Erreger erneut mit der Grippe verglichen. „Die Grippesaison beginnt! Jedes Jahr sterben viele Menschen an der Grippe, manchmal mehr als 100.000, und trotz der Impfung. Legen wir deshalb unser Land still? Nein, wir haben gelernt, damit zu leben, so wie wir lernen, mit Covid zu leben, das in den meisten Bevölkerungen weit weniger tödlich ist!!!“, twitterte Trump am Dienstag. Seinen behandelnden Ärzten zufolge geht es Trump „extrem gut“.

Trumps Corona-Infektion war am Freitag bekannt geworden. Bereits am Montag erklärte er, dass er das Virus nun „verstanden“ habe, und rief die Amerikaner schließlich dazu auf, keine Angst mehr davor zu haben. In den USA sind seit Beginn der Pandemie mehr als 210.000 Menschen nach einer Infektion gestorben, in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Besonders zu Beginn der Pandemie hatte Trump Covid-19-Erkrankungen wiederholt mit einer Grippe-Infektion verglichen. Auch behauptete er öffentlich, dass die Sterberate niedriger als bei einer Grippe sei. Mehrfach stellte er in Aussicht, dass das Virus eines Tages einfach wieder verschwinden werde.

Im September waren dann Aufnahmen von Gesprächen zwischen Trump und dem Investigativjournalisten Bob Woodward veröffentlicht worden, in denen er zugab, bereits zu Beginn der Pandemie die gravierenden Risiken des Virus gekannt und sich dennoch verharmlosend dazu geäußert zu haben. Trump meinte auch in einem Gespräch im Februar, Covid-19 sei „tödlicher“ als eine schwere Grippe, die pro Jahr 25.000 bis 30.000 Amerikaner das Leben koste.

Studie: Trump größter Antreiber von Corona-Fake-News
Trumps Vergleiche und Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen. Einer Studie zufolge trägt der US-Präsident wie kein Zweiter zur Verbreitung von Falschinformationen über das Coronavirus bei. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler der US-Universität Cornell nach der Auswertung von 38 Millionen englischsprachigen Medienartikeln aus aller Welt. In mehr als 522.000 dieser Artikel, die zwischen dem 1. Jänner und dem 26. Mai veröffentlicht wurden, wurden demnach falsche Informationen verbreitet.

Trump geht es laut Leibarzt „weiterhin extrem gut“
Wegen seiner Corona-Infektion waren Trump eine Reihe von Medikamenten verabreicht worden, darunter ein noch experimentelles Antikörper-Mittel. Nach Einschätzung des renommierten Immunologen Anthony Fauci könnte dies entscheidend zu einer schnellen Verbesserung von Trumps Gesundheitszustand beigetragen haben. Nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley ist Trumps Erkrankung aber trotz der Rückkehr ins Weiße Haus noch nicht ausgestanden. Trump selbst erklärte, er fühle sich besser als vor 20 Jahren, vielleicht sei er ja immun. Über Corona-Symptome klagt der 45. Präsident der Vereinigten Staaten laut Conleys Angaben nicht mehr. Sein Blut weise einen Sauerstoffsättigungsgrad zwischen 95 und 97 Prozent auf. „Insgesamt geht es ihm weiterhin extrem gut“, erklärte Conley.

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