04.10.2020 22:52 |

Neue Einschränkungen

Paris bekommt höchsten Coronavirus-Alarmzustand

Wegen der sehr angespannten Corona-Lage soll in Paris und der direkten Umgebung am Montag die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen werden. Neue Sicherheitsmaßnahmen könnten unter anderem die Schließung von Cafés auslösen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am späten Sonntagabend. Restaurants könnten mit verstärkten Corona-Vorsichtsmaßnahmen hingegen offen bleiben. Die neuen Maßnahmen sollen am Montag von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo vorgestellt werden und zunächst 15 Tage gelten.

Überraschend kommt der Schritt, über den die AFP unter Berufung auf das Amt des französischen Regierungschefs Jean Castex berichtete, nicht. Gesundheitsminister Olivier Véran hatte bereits Ende der zurückliegenden Woche gesagt, dass sich die Lage in der Hauptstadt und den Vorstädten zuletzt rapide verschlechtert habe.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt die „maximale Alarmstufe“ bisher im französischen Überseegebiet Guadeloupe und in Marseille. In der südfranzösischen Hafenstadt mussten die Restaurants und Bars daher bereits schließen - dagegen hatte es massiven Protest gegeben. In Paris müssen Bars bisher um 22 Uhr schließen, Restaurants dürfen auch länger geöffnet bleiben. Allerdings dürfen sie Alkohol nur im Zusammenhang mit einer Mahlzeit ausschenken.

Frankreich registrierte im ganzen Land innerhalb von 24 Stunden 12.565 Corona-Neuinfektionen, wie die Behörden am Sonntagabend mitteilten. Einen Tag zuvor waren es 16.972 Neuinfektionen gewesen, also deutlich mehr. Frankreich ist von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen, über 32.000 Menschen starben bisher.

2578 neue Fälle und 18 Tote in Italien
Die italienischen Gesundheitsbehörden haben indessen am Sonntag wieder einen Rückgang bei den Coronavirus-Ansteckungen verzeichnet. 2578 neue Fälle wurden in 24 Stunden registriert, am Vortag waren es 2844. Außerdem wurden 18 Todesfälle gemeldet, am Samstag waren es 27. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 35.986. 92.000 Abstriche wurde am Sonntag genommen.

Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle in Italien kletterte auf 57.429, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten stieg von 3205 auf 3287, teilte das italienische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Auf Intensivstationen lagen 303 Patienten, sechs mehr als am Vortag.

Slowakei mit so vielen Neuinfektionen wie noch nie
Die Slowakei hat zum dritten Mal in drei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden registrierten Fälle lag bei 818, wie das nationale Gesundheits-Informationszentrum am Sonntag mitteilte. Dies war der höchste Wert seit dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor erfasst, er betrug 704 Fälle. In der Slowakei haben sich nach offiziellen Angaben bisher 13.139 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. 55 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner.

Nationaler Notstand in Tschechien
Im Nachbarland Tschechien soll ab Mitternacht in der Nacht auf Montag erneut ein nationaler Notstand in Kraft treten. Die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Ausrufung des Ausnahmezustands wegen eines „raketenhaften Anstiegs“ bei den Corona-Zahlen beschlossen. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit einzuschränken und Maßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen. Zuletzt war in Tschechien am Freitag mit 3792 Fällen ein neuer Höchststand bei den täglichen Corona-Neuinfektionen erreicht worden.

Weiterhin hohe Zahl an Neuinfektionen in den USA
Auch in den USA bleibt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus indessen hoch. Die US-Seuchenzentren CDC gaben am Sonntag 49.327 neue Fälle bekannt, nach 50.160 am Samstag. Damit sind in den USA insgesamt knapp 7,36 Millionen Infektionen amtlich. Die Zahl der Toten stieg binnen 24 Stunden um 703 auf 208.821.

US-Präsident Donald Trump selbst wird seit Freitagabend wegen einer Corona-Infektion im Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington behandelt. Am Sonntag sagten seine Ärzte, der Präsident könne womöglich schon bald ins Weiße Haus zurückkehren.

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