„Krone“-Kolumne

Öffentlicher Vertragspoker? Das ist unmoralisch!

„Krone“-Sportchef Peter Frauneder schreibt in seiner Kolumne „Stopplicht“ über offensiv zur Schau gestellten Luxus und Reichtum in Zeiten von Corona - und einen öffentlichen Vertragspoker.

Die Formel 1 wird trotz Corona nicht in wahnsinnig große Nöte geraten. Dafür sind die großen Automobilfirmen, die hinter den meisten Teams stehen, zu finanzkräftig. Zu mächtig.

Viele andere Bereiche des Sports trifft dieses Virus aber in Mark und Bein. Genau wie zahlreiche Menschen. Denen ihre wirtschaftliche Situation Kopfzerbrechen bereitet - mehr oft sogar noch als die Angst, dass die Pandemie auch ihre Gesundheit angreifen könnte. Die um ihre Existenz bangen. Um die Zukunft ihrer Kinder.

Es ist derzeit alleine deshalb alles andere als angebracht zu prassen. Luxus und Reichtum offensiv zur Schau zu stellen. Außerdem es ist zweifelsohne auch nicht angebracht, über einen neuen Vertrag zu verhandeln, bei dem es um Summen geht, die alleine die Vorstellungskraft vieler Menschen sprengen. Und das auch noch öffentlich auszuschlachten.

Wie das schon seit vielen Tagen Bayern München und David Alaba tun. Um ein paar Millionen auf oder ab geht es dabei. Um so viel also, wie die meisten im ganzen Leben nicht einmal ansatzweise verdienen.

Kein Wunder also, dass gar nicht so wenige den Kopf schütteln. Über den Klub genau wie über den Spieler. Wenn so viele Menschen zittern müssen, ihre Mieten und so weiter zahlen zu können, ist ein derartiger öffentlicher Vertragspoker schließlich vor allem eines: unmoralisch!

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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Dienstag, 27. Oktober 2020
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