Pflege-Zahlenspiele

200 Ausbildungsplätze sind „verschwunden“

Die Pflege bleibt in Oberösterreich ein Dauerthema. Jetzt matchen sich die Blauen und Roten in einem Zahlenspiel um 200 „verschwundene“ Ausbildungsplätze.

Innerhalb von zehn Monaten seien in Oberösterreich 200 Ausbildungsplätze für die Pflege „verschwunden“, wundert sich FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr über eine Anfragebeantwortung von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ): „Das ist äußerst skurril. Im vergangenen Dezember sprach sie von 1080 vorhandenen Ausbildungsplätzen im Jahr 2019, von denen lediglich 649 (also 60 Prozent) belegt werden konnten.“, sagt Mahr. Ein „Krone“-Bericht mit diesen Zahlen wurde damals (29. Dez. 2019) von Gerstorfers Büro bestätigt. Mahr: „Nun antwortet Landesrätin Gerstorfer auf die gleiche Frage, dass es nur 880 Ausbildungsplätze gab und alle genutzt wurden.“ Wobei es natürlich auch der FPÖ-Politiker positiv findet, wenn von den nun genannten 880 Plätzen alle belegt werden konnten.

Das ist die Antwort
Was sagt das Gerstorfer-Büro zu den „verschwundenen 200 Plätzen“: Die 1080 seien die für den Finanzierungsrahmen relevante, theoretische Maximalbelegung gewesen. Und Faktum sei, dass die Zahl der besetzten Ausbildungsplätze 2019 um ein Drittel höher gewesen sei, als noch im Jahr davor. Auf nur diese reale Entwicklung komme es an.

Man kann nachzählen
Gut, wenn man dabei nicht auf politische Zahlenspiele, egal von wem, angewiesen ist, sondern fast nachzählen kann. Wie beim Lehrgang „Junge Pflege“, der mittlerweile auf 86 Teilnehmer – nun auch in Andorf – wuchs. Sorgen macht dem FPÖ-Politiker Mahr aber auch die Quote der Ausbildungsabbrecher, die er mit „derzeit 25 Prozent“ errechnet hat. „Hier fordern wir schon seit langem eine Erforschung der Ursachen durch ein verpflichtendes Austrittsgespräch.“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

 OÖ-Krone
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Freitag, 30. Oktober 2020
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