17.09.2020 09:30 |

ÖAMTC alarmiert

Alkohol und Drogen werden häufiger zum Problem

Die Verkehrsüberwachungsbilanz des BMI offenbart eine alarmierende Entwicklung: Alkohol- und Drogenanzeigen verzeichnen starke Steigerungsraten, beeinträchtigte Verkehrsteilnehmer werden ein immer häufigeres Problem.

„Besonders deutlich ist die Steigerung bei Lenkern, die unter Drogeneinfluss standen. Mit 4.364 Anzeigen wurde hier 2019 der bisherige Höchstwert erreicht - das entspricht einer Zunahme von rund 45 Prozent gegenüber 2018“, erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Die Exekutive kontrolliert verstärkt: Mittels Drogenerkennungs-Vortestgeräte und einer erweiterten Zusatzausbildung der Polizisten ist es bei Anhaltungen nun einfacher, den Konsum illegaler Substanzen festzustellen - sowohl bei Auto-, Fahrrad- und Rollerlenkern.

Leichtsinn steigt
Mehr Lenker scheinen die Wirkung von Alkohol auf die Fahrleistung, wie z. B. falsche Abstands- oder Tempowahl, zu unterschätzen: 2019 wurden zehn Prozent mehr Alkoholanzeigen ausgestellt als noch 2018. Und auch andere Vergehen verzeichneten 2019 Zuwachsraten: Geschwindigkeitsdelikte stiegen um 12 Prozent, Telefonieren am Steuer um sieben Prozent. „Ob man ein Auto, einen Roller oder ein Fahrrad lenkt - die Fahr- und Reaktionssicherheit leidet besonders stark unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol, die oftmals auch gleichzeitig konsumiert werden. Mit einer derartigen Leistungsminderung agiert man nicht mehr verkehrssicher und rücksichtsvoll“, erklärt die Expertin des Mobilitätsclubs.

Leute werden immer jünger
Junge Fahranfänger, also auch Besitzer von Probeführerscheinen oder Führerschein-Neulinge, sind laut Statistik besonders häufig in Alkohol- und Drogenunfälle verwickelt. In den vergangenen Jahren waren rund 20 Prozent der Beteiligten an Alkoholunfällen zwischen 15 und 24 Jahre bzw. 24 Prozent zwischen 25 und 34 Jahre alt.

„Risikolenker“ sind zu vermeiden
Da die eigene Beeinträchtigung durch Alkohol oder Drogen meist nur schlecht wahrgenommen wird, laufen einige Personen Gefahr, nicht mehr kritikfähig gegenüber sich anbietenden Lenkern zu sein und sich als Beifahrer zu einem „Risikolenker“ ins Auto zu setzen. Seidenberger rät abschließend: „Der sichere Nachhauseweg sollte daher unbedingt vorab im ‘klaren Zustand‘ organisiert und strikt wie vereinbart angetreten werden. Überredungsversuchen sollte man Stand halten, mit oder ohne Gruppendruck.“

Im vergangenen Jahr gab es in Kärnten 196 Drogenanzeigen.

 Kärntner Krone
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