06.08.2020 08:16 |

Luftfahrt in der Krise

Corona-Pause bescherte AUA Verlust von 100 Mio. €

Die Coronavirus-Pandemie hat die Luftfahrt mit voller Wucht getroffen. Die AUA schrieb allein im zweiten Quartal einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die Lufthansa-Tochter zwischen April und Juni noch 46 Millionen Euro Gewinn gemacht. Der Umsatz brach um 94 Prozent auf 35 Millionen Euro ein, teilte die AUA Donnerstagfrüh mit. Der Lufthansa, dem Mutterkonzern der AUA, hat die Corona-Flugpause im zweiten Quartal einen Verlust von rund 1,5 Milliarden Euro eingebrockt.

„Die weltweiten Reisebeschränkungen haben den Betrieb im zweiten Quartal fast zur Gänze zum Erliegen gebracht. Erst seit der Wiederaufnahme des Flugbetriebs am 15. Juni erholt sich unser Geschäft langsam“, erklärte AUA-Finanzchef Wolfgang Jani in der Aussendung. Die Fluggesellschaft hatte am 19. März ihren Linienflugbetrieb für fast drei Monate komplett eingestellt.

Nur 53.000 Passagiere im zweiten Quartal
Die AUA beförderte im zweiten Quartal nicht mehr als 53.000 Passagiere. „Das haben wir in guten Zeiten normalerweise in eineinhalb Tagen“, erklärte eine AUA-Sprecherin. Im zweiten Quartal 2019 waren rund vier Millionen Menschen mit der AUA geflogen.

Rekordverluste
Die Corona-Krise wird der AUA heuer Rekordverluste bescheren. Nach sechs Monaten beträgt der operative Verlust bereinigt 235 Millionen Euro, unbereinigt sind es 299 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank bisher von 6999 auf 6756. Aufgrund der Kurzarbeit und dem Wegfall der Kerosinkosten im zweiten Quartal reduzierten sich die Gesamtaufwendungen im ersten Halbjahr um 44 Prozent auf 598 Millionen Euro.

Rettungspaket für AUA
Die Austrian Airlines werden mit 600 Millionen Euro gerettet, wurde bereits am 8. Juni verkündet. Je 150 Millionen Euro schießen die Republik Österreich und die Eigentümerin Lufthansa zu. Darüber hinaus gibt es einen 300 Millionen Euro schweren staatlich garantierten Bankkredit. Die AUA setzt auch ein hartes Sparpaket um.

Lufthansa-Chef mit düsterer Prognose
Carsten Spohr, Chef des AUA-Mutterkonzerns Lufthansa, erwartet, dass der Flugverkehr frühestens im Jahr 2024 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreicht. Vor allem auf den Langstreckenverbindungen werde es keine schnelle Erholung geben. Der Konzern will deshalb seine Kosten bis zum Jahr 2023 um 15 Prozent senken, die Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinern und 22.000 Vollzeitstellen abbauen. Bis Ende Juni hat die Lufthansa die Zahl ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8300 gesenkt.

Kündigungen unvermeidbar
Die Lufthansa verschärft angesichts stockender Verhandlungen mit den Gewerkschaften in der Corona-Krise ihre Gangart beim Abbau Tausender Arbeitsplätze. Der Plan, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sei angesichts der Entwicklungen im weltweiten Luftverkehr und der Verhandlungen mit den Gewerkschaften auch für Deutschland nicht mehr realistisch, teilte der inzwischen teilverstaatlichte Konzern bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz am Donnerstag in Frankfurt mit.

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