Kein Wunder in Porto

Rapid geht zum EL-Auftakt mit 0:3 unter

Fußball
16.09.2010 22:54
Nach Salzburg hat sich auch Rapid Wien zum Auftakt der Europa League geschlagen geben müssen. Die Hütteldorfer unterlagen am Donnerstagabend dem FC Porto auswärts mit 0:3. Österreichs zweiter Vertreter in der Gruppenphase hatte zwar lange mit dem klaren Favoriten mitgehalten, konnte die Niederlage aber letztlich nicht verhindern.

Nach dem 1:0 durch Rolando (26.) hatte Rapid in der ersten Hälfte zwei gute Chancen auf den Ausgleich, doch nach etwas über einer Stunde machte der FC Porto alles klar. Falcao (65.) und Ruben Micael (77.) sorgten dafür, dass sich die klare Feldüberlegenheit auch im Ergebnis ausdrückte. In der Schlussphase vergab Porto sogar einige Chancen auf einen noch höheren Sieg.

Rapid, das ohne die beiden defensiven Mittelfeldspieler Yasin Pehlivan (Bänderzerrung) und Markus Heikkinen (virale Meningitis) sowie Jan Vennegoor of Hesselink (Trainingsrückstand) nach Portugal geflogen war, musste unmittelbar vor Spielbeginn einen weiteren Ausfall hinnehmen. Markus Katzer zog sich beim Aufwärmen eine Oberschenkelzerrung zu und musste durch Andreas Dober ersetzt werden.

Beinahe Auftakt nach Maß für Rapid
Das Spiel begann dagegen beinahe nach Wunsch der wieder von rund 1.500 Fans begleiteten Elf von Peter Pacult. Vom Anstoß weg schickte Hofmann Kavlak, dessen Schuss konnte Torhüter Helton im Nachfassen knapp vor Nuhiu parieren. Gespielt waren gerade einmal acht Sekunden. Porto bestimmte in der Folge das Spiel, der befürchtet große Druck des Meistercupsiegers von 1987 (in Wien) und des Champions-League-Siegers von 2004 blieb aber aus.

Rapid, im schon bewährten Europacup-System 4-2-3-1, spielte zunächst taktisch diszipliniert und stand in der Defensive gut. Die erste echte Chance der Portugiesen durch Rolando, der aus kurzer Distanz über das Tor schoss (20.), war aber der Startschuss für eine kleine Drangperiode, die bald zum Erfolg führte. Im Anschluss an einen Eckball konnten die Rapidler den Ball nicht erobern, nach idealem Pass von Rodriguez schoss der aufgerückte Verteidiger Rolando zur verdienten Führung ein (26.).

Einige Ausgleichschancen für die Hütteldorfer
Doch die Wiener hielten gegen die spielfreudige und technisch starke Porto-Elf, in der acht südamerikanische Legionäre spielten, bis zur Pause weiter gut dagegen und kamen auch zu zwei guten Ausgleichschancen. Nuhiu rutschte bei einem Kayhan-Stanglpass um einen halben Meter daneben (34.), ein Kulovits-Schuss ging um Zentimeter am Tor vorbei (45.).

Nach der Pause bestätigte Porto allerdings den Eindruck der Spionagereisen, wonach die Portugiesen der vielleicht beste Europacupgegner der jüngeren Vergangenheit sind. In der 51. Minute hatte Rapid noch Glück, als bei einer Strafraum-Attacke von Kayhan an Hulk, der der Verteidiger sonst meist gut im Griff hatte, nicht auf Elfmeter entschieden wurde.

In der 65. Minute allerdings kam zunächst Maicon nach einem Eckball aus kurzer Distanz zum Kopfball, Torhüter Hedl wehrte mit einem Reflex ab, doch Falcao verwertete den Abpraller. Ruben Micael setzte mit einem satten Schuss in der 77. Minute den Schlusspunkt, weil ein Belluschi-Schuss nur an der Latte landete (83.) und Valter an Hedl scheiterte (84.). Für Rapid war es im vierten Europacup-Match in Portugal die vierte Zu-Null-Niederlage, Porto feierte im achten Pflichtspiel dieser Saison den achten Sieg.

Stimmen zum Spiel
Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Die Niederlage sieht mit 0:3 deutlich aus, ich muss der Mannschaft aufgrund der Umstände und den Möglichkeiten trotzdem vor allem ein Lob aussprechen. Aber man sieht natürlich den Qualitäts- und Klasseunterschied zu Porto. Schade ist, dass wir in der ersten Spielhälfte drei ganz gute Möglichkeiten nicht genutzt haben. Es hätte vielleicht ein Tor gelingen können. Kayhan war für mich heute der Mann von Rapid. Für mich hat er eine teamreife Leistung geboten. Wir müssen so schnell wie möglich wieder gewinnen, am besten am Sonntag."

Raimund Hedl (Torhüter Rapid): "Das Spiel war so, wie wir es erwarten konnten, sie hatten viel mehr Ballbesitz. Aber das Spiel war auch so wie erhofft, wir hatten Kontermöglichkeiten, konnten sie aber leider nicht nützen. Sie waren eiskalt. Das Resultat ist absolut unbefriedigend."

Adthe Nuhiu (Stürmer Rapid): "In der ersten Halbzeit hatten wir zwei gute Möglichkeiten, normalerweise musst du einen machen, dann steht es 1:1 und dann schaut es anders aus. Die Niederlage ist höher, als es eigentlich sein müsste."

Andre Villas-Boas (Porto-Trainer): "Wir hatten viele Chancen, hatten aber die Geduld, auf unsere Tore zu warten. Rapid hat gut gespielt, man hat die Abwesenheit einiger verletzter Spieler gemerkt. Rapid kann in der Europa League sicher noch überraschen."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Fußball
16.09.2010 22:54
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele

Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung