30.07.2020 18:30 |

Aus für Messe-Lazarett

Es hätte viel schlimmer kommen können!

„Messehalle wird zum Not-Lazarett“ - die Schlagzeile vom 14. März 2020 zeigt, wo wir vor Monaten bei Corona standen: Wo wir sonst in der Bundeshauptstadt über Urlaube und Hochzeitskleider staunten, wurden Feldbetten und Untersuchungszimmer errichtet. Am Freitag wird das Zentrum offiziell geschlossen. Es hätte schlimmer kommen können …

Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei, aber das Covid-Zentrum in der Messe Wien ist Geschichte. In der ersten Phase wurden in den Hallen A und C je 880 Kojenbetten aufgestellt, weitere 480 in der Halle D - insgesamt 2240 Betten. Auf 3000 Betten hätte problemlos aufgestockt werden können.

19 Millionen Euro für den Betrieb
Albtraumbilder hatten wir damals - auch wegen der Situation in Italien - vor Augen: volle Kojen, überall Erkrankte, ein Corona-Spital, in dem Ärzte über Leben und Tod entscheiden müssen. Gekommen ist es zum Glück anders: In den Monaten April bis Juli wurden lediglich 294 Patienten versorgt. Bis auf eine unrühmliche Episode mit untergebrachten Flüchtlingen verlief die Aktion „Seuchenlager“ sehr gut. Kosten: 19,29 Millionen Euro für Überwachung und Absonderung ansteckungsverdächtiger Personen, weitere 5,43 Millionen Euro für die Durchführung von Corona-Tests.

19 Millionen Euro für ein ungenutztes Geister-Lazarett. Das sind 160.000 Euro pro Tag! Was für eine Geldverschwendung. So kann man denken, muss man aber nicht. Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker haben in einer Zeit höchster Unsicherheit vorausschauend geplant. Wir haben das Not-Krankenhaus für die Massen nicht gebraucht. Na Gott sei Dank! Wer sich jetzt über die Kosten aufpudelt, hätte als Erster die fehlende Bettenkapazität beklagt, wenn die Stadt nichts unternommen hätte. Scheinheilig!

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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