Das denken die Wiener

ORF in Krise? „Gagen jenseits von Gut und Böse“

Medien
04.04.2026 09:00

Am Küniglberg brennt der Hut und es wird für den ORF zunehmend ungemütlich: krone.tv hat sich in Wien umgehört, und das Urteil vieler Gebührenzahler fällt deutlich aus. Zwischen „Kasperltheater“, Kritik an Spitzengehältern und wachsendem Misstrauen zeigt sich ein klarer Trend: Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bröckelt massiv.

Vor allem die Gehaltsdebatte sorgt für ordentlich Zündstoff. Viele sehen das  Einkommen in der ORF-Spitze kritisch. „Die Gagen sind jenseits von Gut und Böse. Jeder Zahler fragt sich, was da los ist“, so Bernhard, der seinen Unmut freien Lauf lässt. „Eindeutig zu hoch“, heißt es gleich mehrfach. Dazu kommt der Eindruck, dass im Haus selbst eher Chaos als Ruhe herrscht. 

„Die Gagen sind jenseits von Gut und Böse“, sagt Bernhard verärgert.
„Die Gagen sind jenseits von Gut und Böse“, sagt Bernhard verärgert.(Bild: krone.tv)

Auch interne Machtkämpfe bleiben nicht unkommentiert. „Die Schmutzwäsche waschen, nur damit ein anderer Chef wird, ist nicht richtig“, meint etwa Günther und kritisiert die öffentlichen Streitigkeiten rund um die Führung des Hauses. Der Eindruck von Verhältnismäßigkeit sorgt für Kopfschütteln. Während viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, stoßen hohe Einkommen im öffentlich-rechtlichen Bereich sauer auf. „Das ist einfach nicht fair“, meint Rainer. 

Gerade beim Programm selbst wird auch ganz genau hingeschaut und der Sportbereich sorgt für ordentlich Gesprächsstoff. „Das ganze Wochenende wird immer nur Sport übertragen, das ist das Einzige, was mir auffällt“, so Silvia – und Bernhard meint: „Beim ORF ist immer alles langweilig, da bringt Fußball und Eishockey auch nicht mehr viel.“

„Am Wochenende läuft gefühlt immer nur Sport, das ist eigentlich das Einzige, was mir auffällt“, ...
„Am Wochenende läuft gefühlt immer nur Sport, das ist eigentlich das Einzige, was mir auffällt“, sagt Silvia.(Bild: krone.tv )

Es zeigt sich ein zwiespältiges Bild: Sport ist für den ORF traditionell ein wichtiger Bestandteil und zieht viele Zuseher an. Große Übertragungen gelten als Fixpunkt im Programm und sorgen regelmäßig für hohe Reichweiten. Doch genau diese starke Gewichtung wird in der Umfrage kritisch gesehen. Während Sportfans auf ihre Kosten kommen, fühlen sich andere Inhalte dadurch in den Hintergrund gedrängt.

„Mehr auf das junge Publikum zugehen, vor allem auf die 18- bis 25-Jährigen, weil die sich viel ...
„Mehr auf das junge Publikum zugehen, vor allem auf die 18- bis 25-Jährigen, weil die sich viel zu wenig abgeholt fühlen“, sagt Jasmin (links im Bild). Stella meint: „Ich beziehe ORF nur über Instagram.“(Bild: krone.tv)

Die Frage, was sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ändern müsste, wird relativ klar beantwortet. Mehrere Befragte fordern eine stärkere Ausrichtung auf jüngere Zuschauer. „Mehr auf das junge Publikum gehen“, wünscht sich etwa Jasmin. Andere wünschen sich mehr Inhalte, die näher an der Lebensrealität in Österreich sind. Nicht das, was „man glaubt, wichtig zu sein“, sondern Themen, die direkt betreffen.

Unterm Strich bleibt ein deutliches Bild: Die Zufriedenheit mit dem ORF ist bei vielen Befragten spürbar gesunken. Während einzelne Aspekte differenziert betrachtet werden, überwiegt insgesamt die Kritik. Oder anders gesagt: Zwischen einem Sender, der „nicht mehr wie früher“ ist, und einem Rundfunk als „Sumpf“ zum Trockenlegen entsteht ein Stimmungsbild, das schwer zu ignorieren ist. Und eines, das am Küniglberg ankommen wird.

Die gesamte krone.tv-Meinungsumfrage sehen Sie oben im Video!

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