28.07.2020 20:59 |

UNO fordert Ermittlung

Drei Migranten an libyscher Küste erschossen

In Libyen sind drei sudanesische Migranten erschossen worden, nachdem sie von der libyschen Küstenwache zurück an Land gebracht worden waren. Libysche Sicherheitskräfte hätten am Montagabend auf die Menschen geschossen, als diese versuchten, von der Anlegestelle zu fliehen, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag. Das UN-Flüchtlingshilfswerk forderte „eine dringende Untersuchung“ des Vorfalls.

Der Vorfall ereignete sich in Al-Chums, einer Hafenstadt etwa hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Die Schüsse seien gefallen, „nachdem mehr als 70 Menschen von einem Schiff gegangen waren“, erklärte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Zwei Menschen seien vor Ort gestorben, ein dritter auf dem Weg ins Krankenhaus. Zwei weitere wurden demnach verletzt. Die übrigen an Land gebrachten Menschen seien in Gewahrsam genommen worden.

UNHCR: „Libyen kein sicherer Hafen“
Der Vorfall unterstreiche, dass Libyen „kein sicherer Hafen“ für Migranten sei, sagte der UNHCR-Sondergesandte Vincent Cochetel. Die IOM forderte die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft auf, gefährdete Menschen nicht mehr zurück nach Libyen zu schicken.

Nach Angaben von IOM starben in diesem Jahr mehr als 400 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Insgesamt kamen demnach seit 2014 mehr als 20.000 Menschen bei der versuchten Überfahrt um.

2019 wollten mehr als 100.000 Flüchtlinge nach Europa
Im vergangenen Jahr versuchten laut IOM mehr als 100.000 Flüchtlinge, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Angesichts der günstigeren Bedingungen für eine Überfahrt im Sommer ist die Zahl der Fluchtversuche derzeit hoch

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