Der Rapid-Rekordspieler, dessen Vertrag in Wiener Neustadt noch bis Jahresende 2011 läuft, sah die neuen Entwicklungen relativ gelassen. "Ich bin unter der Vorgabe zum Verein gekommen, dass das Budget reduziert werden muss. Die Verträge wurden schon in den letzten Monaten runtergefahren." Seine Spieler würden mit der Situation professionell umgehen, so Schöttel. "Ich gehe davon aus, dass jeder um die Punkteprämie kämpft und sich in die Auslage stellen will", betonte der Wiener.
Hoffnung gibt den Niederösterreichern, dass Frank Stronach dem Klub als Privatsponsor erhalten bleiben möchte. "Stronach gibt nach wie vor Geld her, aber nicht in dem Ausmaß wie bisher", sagte Wiener Neustadts Bürgermeister Bernhard Müller nach einem Treffen mit Stronach in Oberwaltersdorf. Demnach bleibe der seit Montag 78-Jährige dem Verein auch als Präsident erhalten. Wie genau und in welchem Umfang das weitere Sponsoring aussehen wird, steht noch in den Sternen.
Für die Jugend soll weiter Geld fließen
"Ich möchte, dass der Fußball in Wiener Neustadt erhalten bleibt und werde, sofern dies gewünscht ist, im Jugendbereich weiter als Partner zur Verfügung stehen. Für den Profibereich wird es aber notwendig sein, dass auch andere Personen und Institutionen Verantwortung übernehmen", hieß es darin. Auch die Wiener Neustädter tappten diesbezüglich noch im Dunkeln. "Wir werden jetzt einmal alle Beteiligten informieren, sind in Gesprächen und werden dann weiterschauen", sagte Team-Manager Alex Gruber.
Schon im Winter Spielerverkäufe?
Um die Lizenz zittert der Verein allerdings nicht. Gruber ist "hundertprozentig sicher", im kommenden Frühjahr die Spielgenehmigung zu bekommen. Man werde auf jeden Fall versuchen, auch in der kommenden Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen - einige Leistungsträger könnten aber abhandenkommen. "Es kann sein, dass schon im Winter Spieler verkauft werden. Wir werden niemandem Steine in den Weg legen, aber eine Ablöse wird natürlich fällig werden", erklärte der Manager.
Lizenztransfer nach St. Pölten ist "kein Thema!
Ein Lizenztransfer, der innerhalb von Niederösterreich von Wiener Neustadt etwa zu den Erstligisten St. Pölten oder Admira theoretisch möglich wäre, ist kein Thema. "Alle Gerüchte um eine allfällige Lizenzweitergabe sind vom Tisch", betonte Müller. Die Niederösterreicher haben nun bis März 2011 Zeit, um potente Sponsoren zu finden, da müssen die Lizenzunterlagen abgegeben werden. Gefordert ist nun neben Gruber vor allem der geschäftsführende Vizepräsident Manfred Rottensteiner, beide haben den Auftrag, den Verein bis Sommer in finanzieller und personeller Hinsicht auf eine breitere Basis zu stellen.
Stadionneubau endgültig gestorben
Während die sportliche Zukunft also noch offen ist, ist der geplante Stadionneubau an der B54 endgültig gestorben. "Es gibt keinen Stadionneubau, die Mannschaft bleibt im alten Stadion", sagte Müller. Das stellte auch Stronach klar: "Magna wollte das Stadionprojekt in Wiener Neustadt eigenständig realisieren. Nachdem uns klar signalisiert wurde, dass wir als Investor nicht erwünscht sind, werden wir dieses Projekt nicht weiter verfolgen." Die von der Stadt an Magna verkauften Flächen (rund 24 Hektar) werden von der Stadt vertragskonform zu den selben Konditionen rückgekauft.
Liga-Spitze wartet noch ab
Die Spitze der tipp3-Bundesliga setzt nach dem Rückzug vorerst auf Abwarten. "Man muss jetzt einmal schauen, was in den nächsten Tagen passiert. Die Beteiligten werden sicher eine Lösungsmöglichkeit finden", sagte Liga-Präsident Hans Rinner. An eine Regelung wie etwa in Deutschland, wo Investoren an der gänzlichen Übernahme von Klubs gehindert werden, denkt Rinner derzeit nicht. "Ad hoc kann ich das nicht sagen. Das ist eine Philosophie-Frage, über die man diskutieren kann. Wir werden darüber nachdenken, ob es gut ist oder nicht. Aber generell muss man sagen, dass Stronach viel für den österreichischen Fußball getan hat."
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