03.07.2020 12:10 |

Rätsel um Ursache

Massentod von Elefanten: Gefahr auch für Menschen?

Nach dem mysteriösen Massensterben von Elefanten in Botswana suchen Forscher fieberhaft nach der Ursache für den Tod Hunderter Dickhäuter. Die Regierung führte noch keine Tests durch. Es ist unklar, woran die Tiere verendeten und ob eventuell auch ein Risiko für Menschen besteht.

„Dies ist ein Massensterben auf einem Niveau, das es seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr gegeben hat. Abgesehen von der Dürre kenne ich kein Phänomen, das so signifikant gewesen wäre“, kommentierte Niall McCann, der Direktor für Naturschutz bei der britischen Tierschutzorganisation National Park Rescue die tragischen Vorfälle. Wie die Zeitung „The Guardian“ berichtete, starben mehr als 350 Elefanten aus bislang unbekannter Ursache.

Experte warnt: „Wildtierkrankheiten in aller Munde“
Bislang kann nur eine Milzbrand-Vergiftung und Wilderei als Todesursache ausgeschlossen werden. McCann wundert sich allerdings, dass die Regierung von Botswana dem Rätsel nicht weiter auf den Grund geht: „Wenn wir ein Massensterben von Elefanten in der Nähe von Wohngebieten haben - und das zu einer Zeit, in der Wildtierkrankheiten in aller Munde sind - erscheint es außergewöhnlich, dass die Regierung die Proben nicht an ein seriöses Labor geschickt hat“, so der Tierschutzexperte.

Betroffen waren Tiere jeden Alters und beider Geschlechter. Es wurden noch mehr Elefanten beobachtet, die schwach und abgemagert aussahen - es ist wahrscheinlich, dass noch mehr Todesopfer in den nächsten Wochen zu erwarten sind.

Stoßzähne der toten Elefanten wurden nicht gestohlen
Wilderer im Nachbarland Simbabwe verwenden oft Zyanid, um Dickhäuter zu vergiften. Diese Möglichkeit kann jedoch so gut wie ausgeschlossen werden, weil Aasfresser, die sich über die Elefantenkadaver hergemacht hatten, nicht starben oder Auffälligkeiten zeigten. Außerdem seien die Stoßzähne der verstorbenen Tiere nicht entfernt worden.

Coronavirus als Ursache unwahrscheinlich
„Es gibt keinen Präzedenzfall, der nahelegt, dass es sich um ein natürliches Phänomen handelt, aber ohne ordnungsgemäße Tests werden wir das nicht herausfinden“, so McCann. Es wurde auch in Erwägung gezogen, dass es sich bei der Ursache um Covid-19 handeln könnte, aber auch diese Möglichkeit wird als unwahrscheinlich angesehen.

Experte: „Elefanten sind wertvoll wie Diamanten“
Ökotourismus ist die zweithöchste Einnahmequelle von Botswana. „Elefanten sind ein Vermögenswert des Landes. Sie sind wie Diamanten, die im Okavango-Delta umherwandern“, erklärte McCann gegenüber „The Guardian“ den Wert der Tiere. „Das ist eine Naturkatastrophe - es spricht sehr für ein Land, das versäumt, seine wertvollste Ressource zu schützen“, ärgert sich der Tierschützer.

Cyril Taolo von Botswanas Wildtierministerium erklärte der britischen Zeitung, dass man Proben in Labors geschickt habe und man die Ergebnisse in den nächsten Wochen erwarte. „Die Covid-19-Beschränkungen haben beim Transport der Proben in der Region und auf der ganzen Welt nicht geholfen“, rechtfertigte sich Taolo. An welche Labors die Proben geschickt wurden, wollte er nicht verraten.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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