Die steirischen Festspiele Styriarte ziehen nach der heurigen Jubiläumsausgabe eine positive Bilanz: 28.133 Karten wurden verkauft, die Auslastung betrug 92 Prozent. Befürchtete Budget-Kürzungen könnten die teuren Musiktheater-Produktionen bedrohen.
Die Musik hat das „Potenzial zum Wiederaufrichten der Seelen“ – so formulierte es Intendant Mathis Huber bei der Eröffnung der diesjährigen Jubiläums-Ausgabe der Styriarte am 19. Juni und so schloss sich der Kreis beim Abschlusskonzert von Jordi Savall Sonntagabend in der Grazer Helmut-List-Halle. Nur etwas mehr als eine Woche vor der Eröffnung hatte der Amoklauf am Gymnasium Dreierschützengasse das Land tief erschüttert. „Das war direkt vor unserer Nase“, sagt Huber. Man plante die Eröffnung komplett um und bot Betroffenen an, Konzerte gratis zu besuchen. „Einige haben das auch getan.“
Abseits davon haben 63 Vorstellungen zum Motto „Raum und Klang“ „viel Freude und Glück“ gebracht, zieht Huber Bilanz: 30.424 Tickets waren aufgelegt, 28.133 fanden Abnehmer – eine Auslastung von 92 Prozent, gleich wie im Vorjahr. Man habe „wunderbare Räume“ bespielt – etwa das Schloss Eggenberg, wo gleich fünf Projekte zum Jubiläum des Adelsgeschlechts stattfanden. Mit „A.E.I.O.U.“ widmete man der Ära Kaiser Friedrichs III. und der Grazer Burg einen besonderen Programmpunkt, zu dem 450 Besucher kamen. Die Reihe wird im kommenden Jahr mit Bezug auf Maximilian I. fortgesetzt. Neues Publikum, sagt Huber, habe man mit einer ausverkauften „Orgelreise“ nach Gasen, Pöllauberg und Pöllau erreicht. „Dort waren mehr Leute in der Kirche als bei der Christmette.“
Kürzungen würden Musiktheater-Produktionen bedrohen
Im 41. Jahr findet die Styriarte von 26. Juni bis 26. Juli statt, das neue Thema: „Licht“. Noch ist allerdings unklar, ob und in welchem Umfang Budgetkürzungen auf das Festival zukommen. „Wir rechnen alle damit, sind aber von Seiten des Landes noch nicht im Bilde über die Dimension“, sagt Huber.
Die Styriarte finanziert sich zu 55 Prozent aus Kartenerlösen, an der Anzahl der Vorstellungen will man also nichts ändern. Im Fall der Fälle müsste man auf besser verkaufbare Programme setzen, „was weniger Möglichkeit zum Experiment bedeutet“. Auch aufwändige szenische Produktionen, wie heuer etwa die Oper „Gl’incantesimi disciolti“ im Schloss Eggenberg, hängen stark vom Budget ab. Auch oder gerade aufgrund der Herausforderungen will Huber noch mindestens bis 2028 Intendant bleiben.
Wer noch nicht genug hat, kann am 27. Juli 3sat einschalten: Dort wird „Unendliche Weiten – Holst und Williams“ mit Mei-Ann Chen und dem Styriarte Youth Orchestra um 11.05 Uhr ausgestrahlt.
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