30.06.2020 15:00 |

Experten warnen

Schneefelder: Ein Fehltritt kann tödlich sein!

Auf Bergwegen in höheren Regionen liegt derzeit noch Schnee, das Queren von steilen Schneefeldern stellt häufig ein heikles Unterfangen dar. Bergrettung und Alpenverein appellieren, die Unfallgefahr durch Ausrutschen ernst zu nehmen. Erst am Wochenende ereignete sich ein Unfall im Außerfern.

„Ab einer Steilheit von knapp unter 30 Grad beginnt die Gefahr“, sagt Bergsportexperte Michael Larcher vom Österreichischen Alpenverein. „Wanderer unterschätzen leicht, wie rasch man in einem Schneefeld beschleunigt“, warnt der Experte. Hermann Spiegl, Landesleiter der Tiroler Bergrettung, unterstreicht diese Warnung: „Ab einem Gefälle von rund 50 Grad rutscht man ähnlich schnell in die Tiefe, wie beim freien Fall in der Luft!“

Fatale Folgen möglich
Die Konsequenzen können dann fatal sein, denn in der Regel gehen Schneefelder abrupt in aperes Gelände mit Geröll und Felsen über. „Wir haben zwar nicht übermäßig viele Einsätze nach solchen Abstürzen, aber das Verletzungsmuster ist in der Regel schwer“, sagt Spiegl. Er rät Wanderern daher, besser umzukehren, wenn sie sich nicht sicher fühlen.

Oft nur schlechte Spuren
„Pro Jahr ereignen sich in Österreich zwischen ein und drei tödliche Unfälle in Schneefeldern“, weiß Larcher. Zwar würden durch die meisten Schneefelder Spuren führen, die seien jedoch oft schlecht oder gar nicht ausgetreten. „Das ist vor allem deshalb heikel, weil sich die meisten Schneefelder hart gefroren präsentieren“, sagt Larcher. Besonders mit Kindern sollte man aufpassen, denn Schneefelder würden die jungen Bergfexe zum Spielen animieren.

Der Bergsportexperte empfiehlt, „Snow-Spikes“ auf eine Tour mitzunehmen, die der Sportfachhandel und auch der ÖAV anbieten. Diese „Schneeketten“ lassen sich auf allen Wanderschuhen ganz einfach montieren und belasten den Rucksack kaum spürbar mit Zusatzgewicht. Wanderstöcke helfen zudem, das Gleichgewicht im Hang zu halten.

Gerät man trotzdem ins Rutschen, heißt es laut den beiden Experten, sich blitzschnell auf den Bauch zu drehen. „Dann sofort in die Liegstützstellung gehen und mit Händen und Füßen bremsen!“

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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