27.06.2020 14:03 |

Gerüstet für Sommer

Werfener Höhle lockt mit „Eis wie lange nicht“

Die Eisriesenwelt geht mit einem neuen Betriebsleiter in die Hauptsaison im Sommer. Nach dem vergangenem Winter erstrahlt die Höhle im Coronajahr in voller Pracht. „Wir haben heuer so viel Eis wie lange nicht mehr“, sagt Franz Reinstadler.

„Es gibt Stellen in der Eishöhle, wo seit rund zehn Jahren kein neues Eis mehr gewachsen ist“, sagt Betriebsleiter Franz Reinstadler von der Werfener Eisriesenwelt und zeigt auf die kristallartigen „Eiszwerge“, die bis zu 50 Zentimeter aus dem spiegelglatten Boden ragen. Stalagmiten aus gefrorenem Wasser haben sich nach der Vorsaison gebildet. Aufgrund der warmen Temperaturen in der kalten Jahreszeit erwartet Besucher in der heurigen Saison eine Extraportion Eis. „Wegen des vergangenen lauen Winters sind die Spalten der Höhle nicht zugefroren. Die bis zu 30 Zentimeter mehr Eis sind für Laien schwer erkennbar. Aber das ist ein enormer Zuwachs“, erklärt Reinstadler. „Wir haben heuer so viel Eis wie lange nicht mehr.“

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Es gibt Stellen in der Eishöhle, wo seit rund zehn Jahren kein neues Eis mehr gewachsen ist

Betriebsleiter Franz Reinstadler.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die beliebte Touristenattraktion im Tennengebirge unter der Woche erst seit 11. Juni zu bewundern. „Vor einigen Tagen hatten wir rund 300 Leute in der Höhle. Am Wochenende ist natürlich mehr los“, schildert Reinstadler. Der große Ansturm sei bisher aus geblieben, so der 25-Jährige. Höchstens 25 Personen pro Gruppe führen er und seine 15 Kollegen durch den begehbaren, einen Kilometer langen Teil der Höhle. In den Gondeln, die hinauf zum Berg führen, gilt Maskenpflicht. Online-Tickets sollen Menschenansammlungen vor der Kassa vermeiden.

Herr über die Eishöhle seit kurzem neu im Amt
Den studierten Medientechniker aus Innsbruck in Tirol verschlug es vor einigen Jahren nach Salzburg. Im heurigen April trat er die Nachfolge seines langjährigen Vorgängers Alois Rettenbacher als Betriebsleiter an. Rettenbachers Handschrift ziert immer noch die Höhle. „An den Geländern Stiegen ist jede einzelne Schweißnaht von ihm. Er war 35 Jahre Betriebsleiter“, erzählt sein Nachfolger. Laut Reinstadler soll das Wegesystem in der Höhle im nächsten Jahr „komplett auf Edelstahl umgestellt“ und damit zukunftsfit gemacht werden.

Denn auch trotz Klimawandels hofft Reinstadler auf einen Erhalt der teils bis zu 25 Meter hohen Skulpturen in seinem Reich. „Noch macht uns das Klima keine Angst“, zeigt sich Reinstadler optimistisch. Geht es nach den Betreibern sollen noch unzählige Generationen von Menschen auf den rund 1400 Stufen im Inneren des Pongauer Ausflugszieles ins Schwitzen geraten.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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