25.06.2020 06:00 |

Mieser Handel im Netz

Gestohlene Gastro-Gutscheine werden gesperrt

Der „Schnitzel-50er“ als zweifelhafter Verkaufshit im Internet. Gleich am ersten Tag tauchten Gutscheinen auf Online-Plattformen auf. Für 30, 35, sogar 50 Euro, weil die „bettlägerige Oma ihn eh nicht braucht“. Mancherorts haben Diebe sogar Postkästen aufgebrochen oder den Voucher durch den Briefschlitz geraubt.

Eines vorweg: Seinen Bon Bedürftigen zu spenden oder zu verschenken ist völlig in Ordnung. Ihn zu verkaufen ist zwar nicht verboten, entspricht aber keinesfalls dem eigentlichen Gedanken. Den Gutschein zu stehlen und eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen ist ein klares Verbrechen.

Diebstähle in mehreren Bezirken gemeldet
„Krone“-Leser berichten von Diebstählen in Hernals, Döbling und Favoriten. „Im Haus meiner Mutter im 17. Bezirk haben zwei von 12 Parteien keinen Gutschein erhalten. Sie hat den Briefträger darauf angesprochen. Er versicherte ihr, er habe alle Kuverts zugestellt“, erzählt eine Hausbesorgerin. Weitere Fälle aus dem 19. Bezirk seien ihr bekannt. In sozialen Medien kursierten Bilder von aufgebrochenen Briefkästen, angeblich aus Gemeindebauten. Beschädigte Postkästen gebe es wohl. Ob diese in Zusammenhang mit den Gutscheinen stehen, dafür lägen bisher keine konkreten Indizien vor, meint eine Sprecherin von Wiener Wohnen.

„Raubbons“ können nicht eingelöst werden
Die Stadt versucht alles, damit Bon-Räuber ihre Beute nicht versilbern können. „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen und haben die Adressen. Jeder Gutschein aus aufgebrochenen Briefkästen wird gesperrt und kann nicht eingelöst werden“, heißt es im Büro von Finanzstadtrat Peter Hanke. Das ist für Käufer wichtig. Es gilt höchste Vorsicht. Wer bei Angeboten nicht zu 100 Prozent sicher ist, sollte die Finger davon lassen. Die Inserate auf gängigen Verkaufsplattformen klingen auf den ersten Blick verlockend. 20 Euro für einen Single-Voucher, den 50er-Coupon um 30 Euro.

Bestohlene erhalten Ersatz-Voucher
Aber wer zuschlägt, vergisst oft: Wechselgeld gibt es keines. Und so ist das vermeintlich gute Geschäft ein Reinfall. Die Bestohlenen sollen Ersatz-Coupons erhalten, heißt es. 40 Millionen Euro haben Stadt Wien und Wirtschaftskammer für die Aktion budgetiert. Der Voucher gilt für Speisen und alkoholfreie Getränke.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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