24.06.2020 07:23 |

Nach Ansturm:

Appell an den Hausverstand

Da wollen die Behörden nicht länger zuschauen: Nach dem vergangenen Wochenende in Velden, wo sich Besucher - wie berichtet - dicht an dicht in Cafés und auf der Promenade drängten, soll wieder eindringlich an den Babyelefanten erinnert werden. Spezielle Maßnahmen sollen verhindern, das Velden zu Ischgl 2.0 wird.

„Es ist unglaublich, dass die Menschen hier keinerlei Eigenverantwortung zeigen“, ärgert sich Gemeindechef Ferdinand Vouk. Sicher freue man sich über jeden Besucher, doch einige scheinen leider ihren gesunden Hausverstand daheim gelassen zu haben. Das Wochenende habe gezeigt, dass kaum noch darauf geachtet werde, Abstand zu halten, um Infektionen zu vermeiden. Vouk: „Lokalbetreiber haben sogar erzählt, dass sie beschimpft werden, wenn sie ihre Gäste auf Corona-Maßnahmen hinweisen.“

Der Bürgermeister fürchtet um den Ruf seines Tourismusortes und warnt davor, ein Ischgl 2.0 zu provozieren: „Das wäre ein großer Imageschaden!“

Laut dem Pandemiegesetz kann die Gemeinde allerdings nichts gegen die Menschenansammlungen tun. Zuständig dafür ist die Bezirkshauptmannschaft, und die nimmt das aktuelle Thema sehr ernst.

„Das vergangene Wochenende hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Intensität hat uns wirklich überrascht. Deshalb werden wir jetzt Maßnahmen setzen und die Aktivitäten etwas einschränken müssen“, betont der Villacher Bezirkshauptmann Bernd Riepan.

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Die Gemeinde hat in solchen Fällen kaum Möglichkeiten einzuschreiten. Wir stehen aber voll und ganz hinter den Maßnahmen der Bezirkshauptmannschaft, um einen möglichen Imageschaden zu verhindern.

Ferdinand Vouk, Bürgermeister, Velden

Es werde noch Gespräche mit der Gemeinde und der Polizei geben, um die Maßnahmen abzustimmen. „Wir werden natürlich verhältnismäßig reagieren und nur dann eingreifen, wenn es notwendig ist“, führt Riepan aus. Schließlich wolle man Touristen und Wirtschaftstreibende nicht verärgern, sondern nur für mehr Sicherheit sorgen.

Velden steht mit diesem Problem aber nicht allein da. Auch andere Tourismusorte werden sich etwas überlegen müssen.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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