22.06.2020 15:10 |

Geruchsbelästigung

Was kann dahinter stecken, wenn wir stinken?

Jeder Mensch hat einen eigenen Körpergeruch. Manchmal kann dieser sogar 500 Euro kosten, wenn man zum Beispiel vor Polizisten einen „fahren lässt“. Verschiedene Erkrankungen können die Ausdünstungen beeinflussen. 

Hinter Mundgeruch stecken zwar oft nur Knoblauch, Zwiebeln oder intensive Gewürze. Mitunter hat man einfach zu wenig getrunken oder gegessen. Aber auch eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis), Magen- oder Lungenerkrankungen sowie Diabetes können zu üblem Geruch aus dem Mund führen. Da ist Handeln angesagt! Bei Zuckerkranken etwa gilt Azetongeruch als Alarmzeichen für eine Stoffwechselentgleisung. Das muss ernst genommen werden, da ein lebensgefährliches diabetisches Koma droht. Riechen Atem und Körper hingegen nach Urin beziehungsweise Ammoniak, kann das auf eine Nierenschädigung hindeuten. Als Folge bildet die Niere weniger Urin, und es kommt zu Wasseransammlungen im Körper (Ödeme). Außerdem gelangen harnpflichtige Substanzen ins Blut (Urämie), die nicht nur den unangenehmen Geruch bewirken, sondern auch Lebensgefahr bedingen können.

Starkes Schwitzen mit beißendem Schweißgeruch deutet ebenfalls auf verschiedene Erkrankungen hin. Eine Schilddrüsenüberfunktion etwa kurbelt die Schweißproduktion an. Häufig zeigen sich in diesem Zusammenhang zudem Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gewichtsverlust und Nervosität. Auch Fieber lässt den Körper intensiv riechen und sorgt für eine vermehrte Schweißabsonderung. Wer allerdings ständig und viel schwitzt, auch an Händen, Füßen und auf dem Kopf, leidet womöglich an einer Hyperhidrose, also unter krankhaftem Schwitzen.

Riecht der Intimbereich plötzlich „streng“, sollte man sich ebenfalls untersuchen lassen. Ein fischiger Geruch etwa weist auf eine Entzündung durch Bakterien hin. Auch Geschlechtskrankheiten sowie Pilzinfektionen lassen den Intimbereich anders riechen. Meist gesellen sich Juckreiz, Rötungen, Brennen und Ausfluss dazu. Bei einer Blasenentzündung riecht der Urin ebenfalls intensiver. Meistens wird im Krankheitsfall der veränderte Geruch auch von anderen Symptomen begleitet: Fieber, Schmerzen, allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit etc. Jedenfalls ist dann ein rascher Arztbesuch ratsam. Babys können noch nicht sagen, wo es weh tut. Aber frischgebackene Eltern sollten sich beim Nachwuchs auf ihre Nase verlassen. So kann ein unangenehmer Geruch aus dem Ohr auf eine bakterielle Ohrenentzündung hindeuten. Riecht es in der Windel schlecht, obwohl das Kind ausreichend trinkt, kann ein Harnwegsinfekt schuld sein. Nehmen Eltern unangenehme, bisher nicht wahrgenommene Gerüche an ihrem Baby wahr, ist ein Besuch beim Kinderarzt sicher am besten.

Mag. Katharina Lhotsky, Kronen Zeitung

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