03.06.2020 06:00 |

Aktion auf der Messe

Grazer Probelauf für Massen-Impfungen

Stadt Graz hofft auf 7500 Teilnehmer bei großer Zeckenimpfaktion. In der Messehalle wird der Schutz gegen FSME im Akkord verabreicht. Steirische Ärztekammer kritisiert Regierung und fordert verpflichtende Aufklärungsgespräch

Nein, es hat gar nicht wehgetan!„ - Die wohl wichtigste Nachricht für alle Impfmuffel hatte Sarah nach der Spritze parat. Wie die junge Grazerin ließen sich gestern bis 11 Uhr schon 200 Menschen im Rahmen der großen Zecken-Impfaktion in der Messehalle A impfen. “Als wir um 8 Uhr die Türen geöffnet haben, hatte sich draußen bereits eine Schlange gebildet. Da wir unsere Impfstelle am 16. März schließen mussten, haben wir einiges aufzuholen", sagt Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).

7500 FSME-Impfungen
Noch bis 10. Juni - jeweils wochentags von 8 bis 17 Uhr - ist es auch für Nicht-Grazer möglich, sich durch eine Förderung von Stadt und Land für nur 19,50 Euro (eine Rückverrechnung mit den Krankenkassen ist möglich) immunisieren zu lassen. Die Verantwortlichen hoffen, die Hälfte der 15.000 FSME-Impfungen, die jährlich im Gesundheitsamt durchgeführt werden, im Rahmen dieser Aktion zu schaffen. “Dennoch soll es sich nicht nach einer Massenimpfung anfühlen - es soll ohne Stress ablaufen und es bleibt auch genug Zeit für ein Beratungsgespräch„, betont Eva Winter.

Laut der Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes sei die Impfung auf alle Fälle zu empfehlen - „zumal alle Experten heuer von einem besonders starken Zeckenjahr ausgehen.“ Winter kann sich gut vorstellen, dass diese Aktion eine Art Probelauf für weitere Massenimpfungen ist: "Auch wenn mir persönlich dieses Wort nicht gefällt, aber ich denke, dass sich so eine Aktion auch für die Grippeimmunisierung anbieten würde - und so ein Impfstoff gefunden wird, natürlich auch für einen Schutz vor Covid-19.“

Beratungsgespräch fix im Mutter-Kind-Pass
Generell scheint die Impfmoral in der Steiermark zu steigen - vor allem bei den so wichtigen Gratis-Impfungen für 0- bis 6-Jährige. Hier wurden im Vorjahr 113.307 Impfungen verabreicht - das sind um exakt 3201 mehr als im Jahr 2018. Die Steigerung ist vor allem auf den Zuwachs bei MMR-Impfungen (Masern, Mumps, Röteln) zurückzuführen - diese Zahl wuchs nämlich um 3.827 an.

Der Großteil dieser Impfungen (nämlich 97,5 Prozent) wurde von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. “Der entscheidende Faktor für die Impfbeteiligung ist die ärztliche Beratung. 2019 sollte ein Impfgespräch fix in das Mutter-Kind-Pass-Programm einbezogen werden. Davon hört man jetzt nichts mehr. In der aktuellen Fassung der Mutter-Kind-Pass-Verordnung kommt das Wort Impfen nicht einmal vor", wundert sich da nicht nur Dietmar Bayer, Vizepräsident der Ärztekammer Steiermark.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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