Suchtgifthandel

Sanel Kuljic: Haftstrafe auf 15 Monate erhöht

Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hat die über den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Sanel Kuljic wegen Suchtgifthandels verhängte Haftstrafe angehoben. Nach einer Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die vom Erstgericht ausgesprochene Sanktion am Dienstag von zwölf auf 15 Monate unbedingt erhöht. Das bestätigte Kuljics Verteidiger Mathias Burger der APA.

Kuljic war im vergangenen Dezember vom Wiener Landesgericht für Strafsachen zu einem Jahr unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der mittlerweile 42-Jährige hatte zugegeben, zwischen September 2017 und September 2019 an mehrere Abnehmer insgesamt rund 80 Gramm Kokain weitergegeben zu haben. Eigenen Angaben zufolge war Kuljic seit Längerem süchtig und konsumierte zuletzt 0,4 bis ein Gramm Kokain täglich.

1300 Euro monatlich für Drogen
Die damit verbundenen Kosten waren auch das Motiv für seine Gift-Geschäfte. Er hatte das Kokain um 50 bis 55 Euro von seinem Stammdealer erworben und um 60 Euro weitergegeben. Neben einem „Aufschlag“ von mindestens fünf Euro habe er jeweils ein bis zwei Gramm für sich abgezweigt, ehe er das Kokain weiterreichte, legte Kuljic vor Gericht offen. Sein reguläres Einkommen von zuletzt 1300 Euro monatlich sei zur Gänze für Drogen draufgegangen.

Ausschlaggebend für die Strafanhebung war Kuljics Vorstrafe. Er war wegen seiner Verwicklung in den bisher größten Wettskandal im heimischen Sport - die versuchte Manipulation von 18 Spielen der ersten und zweiten österreichischen Liga - im Herbst 2014 wegen schweren Betrugs, Erpressung und Nötigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Im März 2017 wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Die offenen rund eineinhalb Jahre bekam der 42-Jährige auch in der Berufungsverhandlung am Dienstag im Wiener Justizpalast nicht widerrufen. „Die Probezeit wurde auf fünf Jahre verlängert“, berichtete Verteidiger Burger.

Im Jänner aus U-Haft entlassen
Kuljic war Anfang Jänner vom Landesgericht gegen gelindere Mittel aus der U-Haft entlassen worden. Der 20-fache Nationalspieler verpflichtete sich, Alkohol und Drogen nicht mehr anzurühren, sich monatlich bei Gericht zu melden und eine Entzugstherapie anzutreten, um von den Drogen loszukommen. Wie sein Rechtsvertreter im Gespräch mit der APA erläuterte, verlaufe die Therapie vielversprechend. Sollte Kuljic am Ende ärztlicherseits bescheinigt werden, nicht mehr suchtkrank zu sein, fällt er unter die Begünstigungsklauseln des „Therapie statt Strafe“-Programms: Die rechtskräftigen 15 Monate würden nachträglich in eine Bewährungsstrafe umgewandelt und wären nicht zu verbüßen, sollte sich der Ex-Kicker in strafrechtlicher Hinsicht wohlverhalten.

krone Sport
krone Sport
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 01. Juni 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.