12.05.2020 09:15 |

„Ich hatte wohl Pech“

Italiener (22) musste drei Mal in Quarantäne

Drei Mal Quarantäne an drei verschiedenen Orten - was ein junger Italiener während der Pandemie durchmachen musste, ist wohl einzigartig: Lorenzo Di Berardino erlebte die Coronavirus-Maßnahmen bereits am Ursprungsort des Ausbruchs, der Millionenmetropole Wuhan, mit. Bei seiner Rückkehr nach Italien wurde er schließlich in Rom isoliert und schließlich auch noch in seinem Heimatort. Der unfreiwillige Quarantäne-Profi nimmt seine Erlebnisse jedoch gelassen: „Ich nehme an, ich hatte wohl irgendwie Pech“, kommentiert der 22-Jährige.

Am 1. Mai hatte Di Berardino ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Den 100. Tag in Quarantäne. „Niemals in meinem (relativ kurzen) Leben hätte ich erwartet, mitten in einer der größten und gefährlichsten Epidemien der Menschheitsgeschichte zu stecken, aber es ist passiert und wir müssen lernen, uns an die Situation anzupassen, in der wir leben“, schrieb der Student anlässlich dieses Jubiläums.

Er befand sich für ein mehrmonatiges Austauschprogramm gerade in Wuhan, als sich dort SARS-CoV-2 begann, rapide auszubreiten. Ein paar Tage vor seiner geplanten Abreise wurde die Millionenstadt abgeriegelt. Seine Reise bereut der Student jedoch nicht: „Wuhan war ein fantastischer Ort für mich, ein Ort der moralischen Bereicherung und des persönlichen Wachstums, und ich werde denjenigen, die an diesem Prozess teilgenommen haben, immer sehr dankbar sein“, so der 22-Jährige.

Quarantäne in Wuhan: „Die Leute nahmen das sehr ernst“
„Wuhan wurde komplett abgeschottet, mit Armee und Straßensperren. Die Leute nahmen das sehr ernst, viel ernster als hier in Italien, zumindest anfangs“, berichtete er über die Zeit in China. Ohne zu ahnen, dass dem eigenen Land Ähnliches bevorstand, interviewten italienische Medien Ende Jänner den Landsmann zur Lage im Sperrgebiet.

Anfang Februar flog die italienische Luftwaffe ihn und andere Staatsbürger aus der Region aus. Als Rückkehrer musste er für 17 Tage in Armeebaracken nahe Rom in Quarantäne. Als er am 20. Februar in seine Heimat im Zentrum des Landes zurückkehrte, hätten einige Anrainer argwöhnisch geschaut, erzählt Di Berardino. Am selben Tag wurde Italiens erster lokal übertragener Corona-Fall in der Stadt Codogno gemeldet. Am 10. März ordnete die Regierung Schließungen und Ausgangssperren für das ganze Land an.

„Wir müssen das einfach machen“
Seither führt Di Berardino sein Rechtsstudium online von zu Hause fort. Die ersten Lockerungen Anfang Mai haben nicht viel daran geändert. Seine Sicht auf die angeordneten Sperren, die ihn praktisch rund um den Globus verfolgt haben? „Wir müssen das einfach machen, ob wir das mögen oder nicht."

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