02.05.2020 06:00 |

Wegen Corona-Hilfen

Verabschiedet sich Türkis-Grün von Klimaplänen?

Fallen die hehren Umweltpläne der Koalition dem Coronavirus und allen zugehörigen Milliarden-Paketen zum Opfer? Nein, sagt Türkis-Grün. Umweltschützer empfehlen gar Öko-Pakete zur Arbeitsplatz-Schaffung.

So viele Arbeitslose wie noch nie in der Zweiten Republik, mehr als eine Million Menschen in Kurzarbeit und eine letztlich noch immer kaum einzuschätzende gesundheitliche Bedrohung: Die Politik hat zweifellos gerade größere Sorgen als die Verschmutzung der Umwelt.

Blümel im Video: „Bereits 1,2 Millionen Menschen in Kurzarbeit“

Öko-Steuerreform, Klimaticket
Das bedeutet allerdings laut Türkis-Grün noch nicht, dass etwa die Öko-Steuerreform oder Pläne à la Klimaticket dem Virus zum Opfer fallen, im Gegenteil: Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kündigten an, die Wirtschaft im Großen und Ganzen mit drei Punkten ankurbeln zu wollen: Abgaben für Arbeitnehmer senken, Unternehmen entlasten und in Klimaschutz sowie Regionalisierung investieren. Die Öko-Steuerreform bleibt in Planung.

Gewessler: „Klimaschutz schafft Arbeitsplätze“
„Klimaschutz schafft Arbeitsplätze“, sagt Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), „deshalb werden Investitionen in unser Klima auch eine tragende Säule unseres Konjunkturprogramms sein.“ Nur ein Beispiel: Setzt man etwa die geplante Offensive für mehr Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern um, profitierten davon etwa auch „Elektriker aus der Region“, sagt die Grüne.

Umweltschützer sehen die Sache ähnlich, wie ein „Krone“-Rundruf zeigt: Greenpeace etwa erklärte auf Basis einer Studie, dass Umwelt-Investments auch soziale Ungleichheit bekämpfen und den Standort modernisieren würden. Auch die Umwelt-NGO schlägt vor, jetzt massiv in den Ausbau von Fotovoltaik-Anlagen zu investieren, Arbeitsplätze schaffen würde laut Greenpeace auch eine steuerliche Entlastung für thermische Sanierungen von Häusern. Mit einer Öko-Steuerreform könne zudem Geld weg von klimaschädlichen Förderungen in die Entlastung niedriger Einkommen fließen.

Der WWF stellt indes drei konkrete Forderungen an die Regierung: Die Öko-Steuerreform müsse gar vorgezogen werden, zudem wird ein klimafreundliches Arbeitsmarktpaket und ein „Klimacheck“ für alle künftigen Konjunkturmaßnahmen verlangt. „Klimaschutz“, sagt WWF-Chefin Andrea Johanides, „wäre ein perfektes Konjunkturpaket, das Arbeitsplätze bringt und unsere Wirtschaft widerstandsfähiger macht.“

Kronen Zeitung

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