27.04.2020 10:59 |

Brüssel stimmt zu

550 Mio. Euro Staatshilfe für Ferienflieger Condor

Der schwer angeschlagene deutsche Ferienflieger Condor bekommt neue Staatshilfen. Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat die EU-Kommission am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der deutschen Regierung und des Landes Hessen in der Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro erteilt.

Somit könne Deutschland Condor einen Teil der durch die Pandemie erlittenen Einbußen ersetzen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten um Lösungen, wie Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten im Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften unterstützt werden können.“

Geld aus Corona-Schutzschildprogramm
Die Airline erhalte aus dem Corona-Schutzschildprogramm ein Darlehen über 294 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der staatliche Überbrückungskredit, durch den Condor nach der Pleite seines Mutterkonzerns Thomas Cook im Herbst der Insolvenz entging, werde mit 256 Millionen Euro refinanziert.

Die neuerliche Rettung der Condor war im Verlauf der Covid-19-Krise notwendig geworden: Die polnische Luftfahrt-Holding PGL hatte die bereits im Jänner vereinbarte Übernahme des deutschen Ferienfliegers wegen eigener Probleme abgesagt. Condor mit rund 4900 Beschäftigten und mehr als 50 Flugzeugen war nach der Pleite des britischen Mutter-Konzerns Thomas Cook im September 2019 in ein Schutzschirmverfahren gegangen.

„Zweimal unverschuldet in Not geraten“
Erst im Herbst 2019 hatte Condor zur Unterstützung einen vom deutschen Bund und dem Land Hessen verbürgten Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro bekommen. Die Airline sei zweimal innerhalb knapp eines halben Jahres unverschuldet in Not geraten, sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup am Montag. „Wir sind der Bundesregierung und der hessischen Landesregierung sehr dankbar für ihre Unterstützung.“

Vor der Coronavirus-Krise galt der Ferienflieger besonders wegen seines Angebots zu touristischen Langstreckenzielen in Übersee als unentbehrlich für die Reisebranche, die stets einen Gegenpol zur mächtigen AUA-Mutter Lufthansa haben wollte. Mit dem fortgesetzten Stillstand erwarten aber die meisten Experten, dass sich der internationale Luftverkehr eher langsam von dem Corona-Schock erholen wird.

Milliardenschwere Staatshilfen für Lufthansa?
Verhandlungen laufen derzeit auch über Staatshilfen für die Lufthansa. Wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa erfahren hat, geht es um ein milliardenschweres Rettungspaket. Die Lufthansa ist wegen der massiven Flugabsagen in Schwierigkeiten geraten. Der Konzern hatte am Donnerstag erklärt, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne.

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