18.04.2020 02:34 |

Erfahrung mit Epidemie

Arnold Schwarzenegger wird Berater in Kalifornien

Er hatte alle Vorkehrungen getroffen, als die Vogelgrippe sich 2006 weltweit verbreitete, und Kalifornien wäre unter seiner Führung wohl auch auf die Corona-Krise besser vorbereitet gewesen - nun soll der frühere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, dem amtierenden, Gavin Newsom, als Berater zur Seite stehen. Der Demokrat stellte am Freitag eine Arbeitsgruppe von Politikern und Geschäftsleuten vor, die an Plänen für die wirtschaftliche Öffnung und einen Neustart nach der Corona-Zwangspause mitarbeiten sollen. Der 72-jährige Austro-Export ist einer davon.

Neben dem Republikaner Schwarzenegger, von 2003 bis 2011 Kaliforniens Gouverneur, sind auch die Ex-Gouverneure Jerry Brown, Gray Davis und Pete Wilson an Bord. Aus der Wirtschaft stoßen unter anderem der frühere Disney-Chef Bob Iger und Apple-Konzernchef Tim Cook dazu.

Schwarzenegger ruft seine Landsleute seit Wochen dazu auf, daheim zu bleiben, und geht mit gutem Beispiel voran, wie er unter anderem auf seinen Social-Media-Kanälen beweist.

Kalifornien hält an Einschränkungen vorerst fest
Newsom hatte diese Woche angekündigt, an den umfangreichen Ausgangsbeschränkungen für die knapp 40 Millionen Einwohner des US-Westküstenstaates vorerst festzuhalten. Erst wenn die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern sinke, sollen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert werden.

Trump will mit Drei-Phasen-Plan die USA hochfahren
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag einen Drei-Phasen-Plan vorgestellt, um die USA nach und nach wieder hochzufahren. Einen genauen Zeitplan beinhalten die Richtlinien nicht - bei der Pressekonferenz hieß es, es würde „vorsichtig“ Schritt für Schritt und „Bundesstaat für Bundesstaat“ vorgegangen. „Wir werden nicht alles mit einem Schlag öffnen“, sagte der Präsident. Einige Bundesstaaten würden eher die Beschränkungen lockern können als andere, dünn besiedelte Bundesstaaten, in denen das Coronavirus kein Problem sei, könnten schneller wieder öffnen. Einige Bundesstaaten haben bereits Lockerungen angekündigt.

Knapp 1000 Menschen starben in Kalifornien an Covid-19
In Kalifornien wurden nach offiziellen Informationen bis Freitag mehr als 27.000 Infektionen mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. In dem Westküstenstaat starben bisher knapp 1000 Menschen. Diese Zahlen sind deutlich geringer als in dem am stärksten von Corona betroffenen US-Bundesstaat New York mit mehr als 16.000 Todesopfern.

„Governator“ richtete 2006 riesiges Notfalllager ein
Schwarzenegger ließ 2006 per Erlass für 200 Millionen Dollar drei mobile Krankenhäuser mit jeweils 200 Betten anschaffen. Diese konnten innerhalb von 72 Stunden überall hingefahren und aufgebaut werden. Dazu richtete der „Governator“ ein riesiges Notfalllager ein - mit 50 Millionen N95-Atemmasken, 2400 tragbaren Beatmungsgeräte, 21.000 zusätzliche Intensivbetten sowie Notfall-Medikamenten, Schutzkleidung für Ärzte, Krankenschwester und Pfleger.

Dieses heute dringend benötigte medizinische Equipment ist nicht mehr vorhanden. Schwarzeneggers Nachfolger Brown weigerte sich, Gelder für die Miete des Notfalllagers und die Instandhaltung der mobilen Krankenhäuser zu investieren. Stattdessen wurden die Atemmasken, Schutzkleidung und Medikamente an örtliche Krankenhäuser und Gesundheitsämter gespendet. Die Beatmungsgeräte wurden nicht mehr gewartet und sind heute - wo sie wichtiger denn je wären - unbrauchbar.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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