13.04.2020 16:40 |

Schritte in Normalität

Diese Länder lockern nach Ostern Corona-Maßnahmen

In mehreren Ländern werden nach den Ostern die Beschränkungen für den Handel gelockert: Mancherorts öffnen auch wieder Bildungseinrichtungen ihre Pforten. Manche Staaten (im Video oben einige Eindrücke aus Spanien) machen ihre nächsten Schritte vom Verhalten ihrer Bürger über die Feiertage abhängig.

Ab Dienstag dürfen in ÖSTERREICH Tankstellen-Waschstraßen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Baustoff-, Eisen- und Holzhandel, Pfandleihanstalten und der Handel mit Edelmetallen, Bau- und Gartenmärkte (unabhängig von der Größe) sowie kleinere Händler, wenn der Kundenbereich im Inneren höchstens 400 Quadratmeter beträgt, ihre Pforten öffnen. Die Öffnungszeiten sind auf 7.40 Uhr bis 19.00 Uhr beschränkt. Händler, die zu viele Kunden ins Lokal lassen, müssen mit bis zu 3600 Euro Strafe rechnen.

Ab 1. Mai dürfen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen. Ein Zeitplan zur Öffnung von Hotels und Gastronomie soll Ende April stehen. Großveranstaltungen wird es voraussichtlich bis Ende Juni nicht geben.

DÄNEMARK wagt sich an eine „erste vorsichtige Phase“ der Öffnung: In einem ersten Schritt werden von Mittwoch an Kinderkrippen, Kindergärten sowie die Schulen für Kinder bis zur fünften Klasse wieder öffnen, um Eltern zu entlasten. Damit will die dänische Regierung zunächst die Eltern entlasten, die sich bisher neben der Arbeit auch noch um ihre jüngeren Kinder kümmern mussten. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verlängerte alle weiteren Maßnahmen um vier Wochen. Die dänischen Grenzen, Lokale, Theater und weitere Freizeiteinrichtungen bleiben bis 10. Mai dicht.

Seit Donnerstag haben in TSCHECHIEN die ersten Geschäfte wieder offen, was bereits zu einem Ansturm auf Hobby- und Baumärkte führte. In den Tagen nach Ostern will die Regierung einen Plan für die weitere Lockerung der Corona-Maßnahmen vorlegen. Der Schulbetrieb soll frühestens Ende Mai wiederaufgenommen werden. Die Grenzen bleiben für die nächsten Wochen - wenn nicht Monate - zu.

Auch in LITAUEN keimt Hoffnung auf. Regierungschef Saulius Skvernelis hatte mehrfach betont, dass das Verhalten der Bevölkerung über die Feiertage entscheidend für mögliche Lockerungen der geltenden strengen Corona-Maßnahmen sei. Das Osterwochenende, an dem Familienbesuche untersagt sind, könnte ein „Wendepunkt“ für die Rückkehr zur Normalität sein. Noch darf man den eigenen Wohnsitz nicht verlassen. Kleine Unternehmen sollen zuerst öffnen dürfen, wurde in Aussicht gestellt - dazu wurde bereits eine Mundschutzplicht eingeführt.

In NORWEGEN werden die Kindergärten erst am 20. und die Schulen für Erst- bis Viertklässler am 27. April geöffnet, wie Regierungschefin Erna Solberg vor Ostern ankündigte. Ab 20. April dürfen die Bürger auch wieder auf ihren geliebten Hütten übernachten. Friseure, Physiotherapeuten und Psychologen können noch im April die Arbeit wiederaufnehmen. Die Grenzen des Landes bleiben weiter zu. Norweger, die in ihre Heimat zurückkehren, müssen weiter 14 Tage in Quarantäne.

Hunderttausende Menschen in SPANIEN durften am Montag erstmals nach zwei Wochen wieder zur Arbeit fahren. Der sogenannte Winterschlaf, mit dem die Regierung den Kampf gegen die Pandemie intensiviert hatte und vor allem Baugewerbe und Industrie traf, ging in jenen Regionen zu Ende, in denen der Ostermontag kein Feiertag ist, zum Beispiel in Madrid. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte allerdings am Sonntag, es gebe noch keine echte Abschwächung der Ausgehsperre. „Erste Lockerungen wird es frühestens in zwei Wochen geben. Und die werden schrittweise und vorsichtig sein“, sagte er. Die 47 Millionen Bürger dürfen somit weiterhin weder spazieren gehen noch Sport im Freien treiben.

Auch in ITALIEN wird über eine „Phase zwei“ gesprochen, doch zunächst wurden die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Einwohner bis zum 3. Mai verlängert. Sie gelten in dem stark von der Pandemie betroffenen Land seit dem 10. März. Die nicht lebensnotwendige Produktion ist gestoppt. Viele Läden sowie alle Restaurants und Bars sind zu, während der Lebensmittelhandel, die Apotheken, Tankstellen und anderes stets offen waren im ganzen Land. Gleich nach Ostern sollen nun einige Geschäfte, etwa Buch- und Schreibwarenläden, zusätzlich öffnen. In der stark betroffenen Lombardei und anderen Regionen gibt es allerdings Spezialbestimmungen. Die Schulen könnten bis nach den Sommerferien, also bis September, geschlossen bleiben.

CHINA scheint das Schlimmste hinter sich zu haben, aber von einer Rückkehr zur Normalität lässt sich nicht sprechen. Die Schulen sind weiter geschlossen, sollen voraussichtlich aber bis Ende April öffnen. Weiter wird im Land überall Fieber gemessen. Alle Chinesen sollen unverändert Mundschutz tragen. Im Ursprungsort der Pandemie in Wuhan in Zentralchina sind nach zweieinhalb Monaten Abriegelung die Bewegungsbeschränkungen für die elf Millionen Bewohner aufgehoben - sofern sie in einer Corona-Gesundheits-App auf ihrem Handy einen grünen Code nachweisen können. Wer Kontakt zu Infizierten hatte, wird da automatisch auf Rot gesetzt und darf nicht reisen. Die Angst vor einer „zweiten Welle“ der Infektionen geht um - besonders durch heimkehrende Chinesen und andere Reisende aus dem Ausland. Die große Mehrheit der neuen Ansteckungen sind solche „importierten Fälle“.

Im IRAN will Präsident Hassan Ruhani die Corona-Vorschriften „unter besonders strengen hygienischen Auflagen“ in drei Phasen lockern. In der ersten Phase wurde am vergangenen Samstag zunächst in den Provinzen die Arbeit in Wirtschaftsbereichen mit geringem Gefährdungsrisiko wiederaufgenommen. In der zweiten Phase soll dies eine Woche später (18. April) dann auch in der Hauptstadt Teheran passieren. Ausgenommen sind weiterhin fast zwölf Branchen, bei denen die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist, darunter Kaufhäuser und Einkaufspassagen, Restaurants und Cafés, Kinos und Theater, alle Sportanlagen sowie Friseure und Schönheitssalons. Auch die Schulen, Universitäten und Kindertagesstätten bleiben zu, genauso wie religiöse Stätten.

In vielen Staaten ist indes noch KEINE LOCKERUNG in Sicht: In Großbritannien und Frankreich ist der Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht - daher ist auch nicht mit einer baldigen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen zu rechnen. Auch die Regierung in den Niederlanden gab bekannt, dass die Maßnahmen vorerst zumindest nicht verschärft werden sollen. Auch in Deutschland wollen Bund und Länder erst beraten, wie es mit den Beschränkungen weitergehen soll. Die Polen müssen indes von Donnerstag an zusätzlich zu den bestehenden Schutzmaßnahmen in der Öffentlichkeit Mundschutz tragen. In Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orban vor Ostern die Ausgangsbeschränkungen auf unbestimmte Zeit verlängert. Im Südosten Europas gibt es derzeit keine konkreten Fahrpläne. In den USA will Präsident Donald Trump am Dienstag ein Expertengremium vorstellen, dass über die nächsten Schritte beraten soll.

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