13.04.2020 10:12 |

Trump-Berater enthüllt

Schnellere Reaktion hätte Tote in USA verhindert

Ein US-Virologe und Berater des US-Präsidenten Donald Trump hat jetzt zugegeben, dass man viele Menschenleben hätten retten können, wäre früher auf die Coronavirus-Pandemie reagiert worden. Öffentliche Einrichtungen hätten Anthony Fauci zufolge schon früher geschlossen werden sollen, man sei aber auf Widerstand gestoßen: „Wir geben eine Empfehlung ab. Oft wird diese Empfehlung angenommen, manchmal nicht. Aber es ist, wie es ist. Wir stehen dort, wo wir nun einmal stehen.“

Medien und die Opposition werfen Trump vor, frühe Warnungen vor dem Erreger ignoriert zu haben. Die „New York Times“ kritisierte am Samstag, der Präsident habe „das Ausmaß des Risikos nur langsam zur Kenntnis genommen“ und nicht rechtzeitig reagiert. Stattdessen habe er sich darauf konzentriert, die Wirtschaft zu schützen und Warnungen zurückzuweisen.

Trump-Gegenangriff auf Twitter
Das wies Trump auf Twitter auf Schärfste zurück. Er könne nicht nachvollziehen, warum Medien und Demokraten ihn dann für die Einführung eines Einreiseverbots aus China kritisiert hätten, schrieb Trump am Sonntagabend auf Twitter und fügte hinzu: „Fake News!“ 

Pläne zu Shutdown stießen zunächst auf Widerstand
Doch sogar einer von Trumps Beratern berichtete nun CNN, es habe anfangs großen Widerstand gegeben, das öffentliche Leben herunterzufahren. Den Präsidenten nannte er dabei allerdings nicht namentlich. Fauci ist der Berater von sechs US-Präsidenten in Folge.
„Wenn wir gleich zu Beginn alles heruntergefahren hätten, hätten wir jetzt ein etwas anderes Bild. Aber es gab damals viel Widerstand gegen so einen Schritt.“

Trump ist Landsleuten kein gutes Vorbild
Bis Anfang März hatte Trump selbst tatsächlich immer wieder versucht, die Gefahr, die von Sars-CoV-2 ausgeht, herunterzuspielen. Der Präsident soll laut Insidern bereits im Jänner vor einer Pandemie gewarnt worden sein, die Hunderttausende Bürger das Leben kosten könne, habe aber nur zögerlich gehandelt. Das US-Staatsoberhaupt hatte bislang auch keine positive Vorbildfunktion eingenommen - er weigerte sich zu Beginn der Krise, soziale Kontakte einzuschränken und schüttelte weiterhin Hände. Obwohl er eine Empfehlung dafür aussprach, Schutzmasken aufzusetzen, verkündete er, selbst wohl keine tragen zu werden

First Lady und Trumps Tochter werben dafür, Masken zu tragen
Seine Familie wirbt dagegen dafür, Nase und Mund in der Öffentlichkeit zu bedecken, um eine Ausbreitung der Lungenkrankheit zu verhindern. First Lady Melania Trump zeigte sich auf Twitter mit Maske und informierte auch darüber, dass diese nicht den sozialen Abstand ersetze. Trumps Tochter Ivanka setzte sich auf Instagram gemeinsam mit ihrer Tochter mit selbstgebastelten Masken in Szene. Die Unternehmerin hatte auf ihr Modell ganz patriotisch „USA“ gestickt. Sie verwies auf Anleitungen im Internet, um sich eine eigene Maske zu nähen.

USA halten Rekord an absoluten Sterbefällen
In den USA sind inzwischen mehr als 560.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, die
Universität Johns Hopkins vermeldete bis Sonntagabend mehr als 22.000 Todesopfer. Damit halten die Staaten derzeit den traurigen Rekord an Sterbefällen. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden sank in der Statistik von Sonntag auf 1557 Fälle - das ist der niedrigste Wert seit vergangenem Montag.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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