Coronavirus in China

„Männer in Schutzanzügen holten uns plötzlich ab“

Der Oberösterreicher Peter Neuhuber lebt seit zwölf Jahren in China. Der „Krone“ schildert er seine Corona-Odyssee der letzten Wochen: „Wir wurden von Männern in Schutzanzügen zum Lungenröntgen abgeholt, dann in staatliche Quarantäne, ein Zimmer, gesperrt!“

Für das Unternehmen MIBA ist der gebürtige Vorchdorfer Peter Neuhuber seit zwölf Jahren als Chef-Ingenieur nach China entsandt. Mit seiner Frau Wu Jing (37) und den Kindern Lucas (4) und Yilia (2) lebt er in der 10,72 Millionen-Einwohner-Stadt Suzhou in der Provinz Jiangsu, westlich von Shanghai. Als sich Ende Januar die Lage zuspitzte, wurde eine ohnehin geplante Dienstreise inklusive Heimatbesuch rasch vorverlegt.

„Anruf bei unerlaubter Türöffnung“
Hier angekommen, entwickelte sich auch die österreichische Sicht der Dinge rund um Covid-19. Um den Grenzschließungen zuvorzukommen und damit wieder an den Dienstort China reisen zu können, startete man die Rückreise. Dort wurde sofort Heimquarantäne verordnet, was bedeutete: „Aufenthalt in der Wohnung, elektronische Tür-Überwachung und Anruf der Staatssicherheit bei unerlaubter Öffnung“, so Peter Neuhuber.

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50 Minuten später wurden wir von Männern in Schutzanzügen zum Lungenröntgen abgeholt.

Peter Neuhuber

Ein Schock für die Kinder
Filmreife Action auch, als bekannt wurde, dass ein Corona-positiver Reisender mit auf dem Heimflug war. „50 Minuten später wurden wir von Männern in Schutzanzügen zum Lungenröntgen abgeholt, dann in staatliche Quarantäne, ein Zimmer, gesperrt!“ Für die Kinder ein Schock. Seit einigen Tagen ist dies nun vorbei, Familie Neuhuber frei und mittels QR-Code für die Fahrt ins Büro oder die Einkaufserlaubnis registriert. Verglichen mit österreichischen Maßnahmen also ein völlig anderer Zugang, den China hier wählt.

Sabine Kronberger, Kronen Zeitung

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Sonntag, 31. Mai 2020
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