08.05.2020 07:00 |

Leichter leben

Traumata überwinden: Lässt sich jede Wunde heilen?

Es gibt wenig, was das Leben so nachhaltig vergiften kann wie erlittene Kränkungen, Verletzungen und Ungerechtigkeiten. Die Gefühle, die ein Mensch durchmacht, wenn er zu Unrecht für etwas verurteilt, wenn er verlassen, betrogen oder belogen wird, graben sich oft tief in die Seele ein - besonders, wenn er nicht gehört oder getröstet wird oder die Möglichkeit bekommt, die eigene Sicht der Dinge zu vermitteln. Doch jeder kann Frieden finden, wenn er den Schmerz über das, was er erlebt oder vielleicht sogar mit verursacht hat, zu fühlen bereit ist und dem Leben eine neue Chance gibt, machen neue Trauma-Ratgeber Hoffnung.

1. Jede Wunde lässt sich heilen - Susanne Hühn (GU)
Sie gehören zum Leben einfach dazu. Doch was, wenn diese Wunden nicht heilen? Wenn die Kränkungen, die Zurückweisungen und das Nichtgesehen-Werden in unserem Inneren gären und unbemerkt unser Leben bestimmen? Dann binden sie sehr viel Lebensenergie und stören unser seelisches und körperliches Gleichgewicht. Ungeheilte Wunden können wir beispielsweise an folgenden, „unerklärlichen“ Symptomen erkennen: 

  • Gefühle der Überforderung
  • ständige innere Anspannung
  • unablässige Gedankenschleifen
  • Müdigkeit und Stress
  • unbestimmte Ängste
  • körperliche Symptome wie Verspannungen bis hin zu Schmerzen

Den Schmerz fühlen und sich neu ausrichten
Doch nicht nur die emotionalen Wunden an sich, sondern auch unser Umgang mit ihnen kann zu einer Belastung werden. Oft entwickeln wir negative Glaubenssätze oder ungesunde Handlungsmuster, die uns daran hindern, ein wirklich freudvolles und erfülltes Leben zu führen. Erst wenn wir uns dem Schmerz zuwenden, wenn wir ihn fühlen, uns neu ausrichten und für uns selbst sorgen, können wir Frieden finden und dem Leben eine neue Chance geben. Susanne Hühn weist durch ihre besondere Form der Arbeit mit dem inneren Kind neue Wege zu innerem Frieden und Leichtigkeit. Viele heilsame Übungen und Tools helfen dabei, die verletzende Situation anzuerkennen, liebevolle Selbstfürsorge zu üben und emotionale Wunden endlich zu heilen.

2. Der lange Schatten der Kindheit - Christian Firus (PATMOS)
Seelische Verletzungen und traumatische Erfahrungen in der Kindheit können sich auf das ganze Leben auswirken. Auch wenn das Leid lange zurückliegt, können Fühlen, Denken und Handeln beeinträchtigt sein. Christian Firus betrachtet die ganze Bandbreite traumatischer Erfahrungen: Es geht sowohl um körperliche und sexuelle Gewalt als auch um emotionale Verletzungen wie Vernachlässigung, emotionaler Missbrauch und misslungene Bindungserfahrungen. Der Abspaltung traumatischer Erfahrungen, Dissoziation genannt, widmet Firus ein eigenes Kapitel, kommt dieses Phänomen doch viel häufiger vor, als bisher angenommen. Im zweiten Teil des Buches gibt der erfahrene Traumatherapeut Empfehlungen, wie Erwachsene ihre „schwere Kindheit“ bewältigen und mehr Lebensfreude gewinnen können.

3. Schatten der Vergangenheit - Dunja Voos (pure Verlag)
Wohl jeder von uns ist auf die ein- oder andere Art traumatisiert. Erlebnisse, die uns psychisch überfordern, können uns sehr lange verfolgen. Sehr schwierig wird es mit solchen Traumata, die wir bereits in der frühen Kindheit erlitten. Gewalt oder Vernachlässigung durch die Eltern oder andere nahestehende Bezugspersonen lassen sich kaum verkraften.

Was wir erlebten, bevor wir sprechen konnten, daran haben wir keine bewusste Erinnerung. Auch spätere schwere Traumata sind oft kaum greifbar, weil wir sie verdrängt haben. Wir leiden jedoch enorm unter Ängsten und Anspannung und empfinden das Zusammensein mit anderen Menschen als belastend. Wir fühlen uns einsam und verzweifelt. Wir müssen ähnliche Situationen immer wieder mit anderen herstellen, um sie zu begreifen. 

4. Trauma verstehen, bearbeiten, überwinden - Luise Reddemann (TRIAS)
Traumatische Erlebnisse können sehr vielfältig sein: von schweren kindlichen Verlusterfahrungen bis zu sexualisierter Gewalt. Viele Betroffene leiden lange an den Folgen dieser extrem belastenden seelischen Erfahrungen. Sie wollen sich vor allem wieder geborgen fühlen und die quälenden Erinnerungen hinter sich lassen. Die gezielten Methoden der modernen Traumatherapie helfen, neues Zutrauen zu sich und anderen zu entwickeln.

5. Das Kind in dir muss Heimat finden (Arbeitsbuch) - Stefanie Stahl (Kailash)
Mit ihrem Bestseller „Das Kind in dir muss Heimat finden“ verhalf Stefanie Stahl Hunderttausenden Menschen dazu, die enorme Kraft der Arbeit mit dem inneren Kind für sich zu entdecken. Dieses Praxisbuch vermittelt nun ein umfassendes Programm für ein starkes Ich und die individuelle Arbeit mit dem Sonnen- und Schattenkind. Stefanie Stahl: Das „innere Kind“ ist eine Metapher, die für jenen Anteil unserer Psyche steht, der stark von der Kindheit geprägt wurde.

Man spricht auch vom Kindheits-Ich. Das innere Kind trägt diese unbewussten Glaubenssätze in sich, die wiederum einen großen Anteil auf unser Gefühlsleben haben. Wenn ein Mensch zum Beispiel den Glaubenssatz: Ich genüge nicht! aufweist, dann wird er stärker unter Versagens- und Lebensängsten leiden als ein Mensch, dessen Glaubenssatz: Ich genüge! lautet. Die Angst zu versagen, führt wiederum zu sogenannten Selbstschutzstrategien. Hierzu zählen zum Beispiel Perfektionsstreben, Harmoniestreben und/oder Kontrollstreben. Das bedeutet, dass ein Mensch, dessen inneres Kind sich ungenügend fühlt, dieses Gefühl kompensiert, indem er möglichst allen Anforderungen perfekt genügt, indem er Konflikten aus dem Weg geht und indem er versucht, möglichst alles unter Kontrolle zu halten.

6. Am Ende des Tunnels - Daniel Dufour (Mankau Verlag)
Sie wird ignoriert, unterschätzt, häufig nicht erkannt: die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Dabei gibt es eine hohe Zahl Betroffener: Nicht nur Soldaten oder Flüchtlinge, auch „normale“ Menschen wie Polizisten, Feuerwehrleute, Unfall-, Missbrauchs- oder Verbrechensopfer, Pflegepersonal, Ärzte und Katastrophenhelfer leiden oft nach extrem belastenden Erlebnissen noch jahrelang unter wiederkehrenden Erinnerungen sowie ohnmächtigen Gefühlen der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts.

Daniel Dufour, Entwickler der OGE-Methode, hat als Kriegsarzt PTBS am eigenen Leib erfahren und weiß: Deren Hauptursache besteht darin, dass das Trauma nicht angemessen und zeitnah therapiert wird! Konventionelle Behandlungsmethoden machen das Gehirn für die Erkrankung verantwortlich. Doch das eigentliche Problem liegt in der Unterdrückung der belastenden Emotionen, die während des traumatischen Ereignisses durchlebt wurden; diese Verdrängung blockiert die Lebensenergie und führt zu ernsthaften Sekundärerkrankungen. Mithilfe der OGE-Methode können Betroffene hingegen ihre leidvollen Gefühle für sich ausleben und heilsame Energien freisetzen.

7. Vom Trauma befreien - Peter A. Levine (Kösel)
Traumasymptome sind vor allem blockierte Energie. Sie lassen sich daher über den Körper weit besser als über die Seele heilen - so die revolutionäre Erkenntnis des großen Traumatherapeuten Peter A. Levine. Er experimentiert mit unterschiedlichen Stressreduktionstechniken, die von der „neuen“ Idee einer Verbindung zwischen Geist und Körper Gebrauch machen.

8. Auch alte Wunden könne heilen - Dami Charf (Kösel)
Dieses Buch ist für alle, die das Gefühl haben, so, wie sie sind, nicht „richtig“ zu sein. Sie leiden etwa an unerklärlichen Schuldgefühlen, können eigene Bedürfnisse kaum benennen, keine Grenzen setzen oder spüren ihren Körper nicht. Die Ursache können seelische Verletzungen aus den ersten Lebensjahren sein. Manchmal durch ein schlimmes Ereignis ausgelöst, viel häufiger jedoch dadurch, dass das Aufwachsen ohne sichere Bindung und Zugehörigkeit erfolgte. Die erfahrene Trauma-Therapeutin Dami Charf hilft Betroffenen, in Kontakt mit sich zu kommen, Verständnis für sich selbst zu entwickeln, neue Möglichkeiten zu erkennen und innere Stabilität und Freiheit zu erfahren.

Wie Kinder eine gesunde Gefühlswelt entwickeln, lesen Sie HIER.

9. Was der Körper zu sagen hat - Isa Grüber (Mankau)
Unsere ganze Lebensgeschichte ist in unserem Körper gespeichert - die glücklichsten Momente, aber auch negative Erlebnisse und schwere Belastungen. Durch lang andauernden Stress und traumatische Erfahrungen können die Selbstregulationskräfte mehr oder weniger stark eingeschränkt sein, denn all unsere Körpererinnerungen können jederzeit wachgerufen werden. Das kann zu Schlafstörungen, Angstzuständen und Panikattacken, chronischer Erschöpfung, Migräne, Konzentrationsschwierigkeiten, der Unfähigkeit zu entspannen und vielen weiteren Beschwerden und Problemen führen.

Dieses Buch stellt Ihnen eine Therapieform vor, bei der Ihr Körper selbst Ihnen den Weg weist: Somatic Experiencing® (SE) - „Den Körper erleben“ - nach Dr. Peter Levine. Mit anschaulichen Beispielen aus der eigenen Praxis wird gezeigt, wie diese Methode hilft, die Folgen von Stress, Schock- und Traumaerlebnissen aufzulösen und mit den Belastungen des Alltags besser umzugehen.

10. Wenn die Seele nicht heilen will - (mvg Verlag), ab 12. Mai 2020
Plötzliche Angstzustände, Depressionen und das Gefühl, nicht mehr im Alltag zu funktionieren: Wenn alte Verletzungen durch eine Retraumatisierung ans Tageslicht kommen, leidet die Seele und verursacht oft unerklärliche Symptome. Verständlich und fundiert erklärt die erfahrene Traumatherapeutin Christine Seidel die verschiedenen Formen einer Traumatisierung, die Hintergründe, Ursachen und Behandlungsmethoden. Mit Übungen zur Selbsthilfe, konkreten Anlaufstellen in Deutschland, der Schweiz und Österreich und einfühlsamen Tipps gibt sie Betroffenen Hoffnung und zeigt einen Weg, wie sie wieder Halt und Struktur im Leben finden.

Persönliche Hilfe finden Sie auch hier:

Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

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Donnerstag, 28. Mai 2020
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