20.03.2020 11:00 |

Noch viele Verstöße

Corona-Beschränkungen von 92 Prozent akzeptiert

Am vergangenen Sonntag rief die Bundesregierung weitgehende Ausgangsbeschränkungen aus. Für Ausnahmen, das Haus zu verlassen, solle es nur drei Gründe geben: Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist, dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel, Medikamente) und wenn man anderen Menschen helfen muss. Am Freitag wurden die Maßnahmen bis Ostermontag verlängert. Die einschneidenden Schritte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus halten 92 Prozent der Österreicher für gerechtfertigt.

Seit sieben Wochen beobachtet das Linzer Marktforschungsinstitut market die Wahrnehmung der Bevölkerung zum Thema Corona. Die markanteste Änderung in dieser Woche: War bisher vor allem eine generelle hohe Aufmerksamkeit daran festgestellt worden, ist jetzt die persönliche Furcht von sechs Prozent Anfang März auf 45 Prozent nach oben gegangen. Ebenfalls 45 Prozent der Befragten finden das Virus für sich „eher bedrohlich“, nur zehn Prozent zeigten sich ungerührt.

Das Ausmaß der Krise „ist damit erst in den letzten Tagen in Österreich bewusst geworden“, schlussfolgert market. Dementsprechend werden die Einschränkungen des Lebens und der Wirtschaft von 92 Prozent akzeptiert und für gerechtfertigt gehalten. 46 Prozent der Befragen kommen damit „sehr gut“ und 45 Prozent „gut“ zurecht. Nur neun Prozent haben damit Probleme, die sozialen Kontakten auf ein Minimum zu reduzieren und zu Hause zu bleiben.

Anzeigen für Unbelehrbare
Die Nicht-Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen sorgt für Dauereinsätze der Exekutive und zahlreiche Anzeigen in allen Bundesländern. In Tirol, wo derzeit 530 positive Coronavirus-Testergebnisse vorliegen, hagelte es bereits 91 Anzeigen. In Wien, wo das Frühlingswetter ebenfalls Tausende Menschen ins Freie gelockt hatte, war die Einhaltung des „Ein Meter Abstand“-Gebots teilweise aufgrund des Gedränges nicht möglich - in der Bundeshauptstadt wurden bereits mehr als 500 Anzeigen erstattet. Es drohen jeweils „einige Hundert Euro“ Strafe.

Video: Aktion scharf gegen Corona-Sünder

64 Prozent befürchten Wirtschaftskrise
30 Prozent der Österreicher rechnen damit, dass die deutlichen Beschränkungen einen Monat dauern werden, 26 Prozent rechnen mit zwei und acht Prozent sogar mit drei Monaten. Nur ein Prozent ging davon aus, dass schon am Ende dieser Woche eine Lockerung erfolgt. Die Folgen für die Wirtschaft schätzt die Mehrheit groß ein. 64 Prozent befürchten eine länger andauernde Wirtschaftskrise.

Das Linzer Institut hat vom 10. bis 12. März repräsentativ 1000 Österreicher ab 16 Jahren befragt.

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