Polizei fand „Gras“

Aus dem Halteverbot in die Untersuchungshaft

Kabarettreife Szenen spielten sich bei einer Polizeikontrolle im Linzer Stadtteil Neue Heimat ab, als die Beamten ein Auto kontrollierten, das im Halteverbot stand. Denn der Lenker gestand rasch, auf seinen Drogenhändler zu warten. Das freimütige Bekenntnis wurde noch vom Dealer übertroffen, der dann auftauchte und den verblüfften Gesetzeshütern sogar das Depot in seiner Wohnung vorführte.

Den Polizisten war bei der Lenker- und Fahrzeugkontrolle eine Dose mit Restanhaftungen von Marihuana aufgefallen. Der tiefenentspannte Lenker gestand den verblüfften Polizisten ohne langes Federlesens, dass er sich gerade von einem Bekannten 100 Gramm Marihuana kaufen wollte. Zufällig stieß der Dealer, ein 27-jähriger Deutscher, auch zu der Kontrolle. Der Suchtgifthändler agierte ebenfalls weitestgehend „schmerzbefreit“. Er gab an, er würde in seiner Wohnung eine größere Menge Marihuana verwahren.

Auskunftsfreudiger Dealer
Als die verblüfften Polizisten in der nahegelegenen Wohnung nachschauten, entdeckten sie tatsächlich rund 400 Gramm Marihuana, eine Suchtgift-Waage, weitere Utensilien für den Drogenverkauf und Konsum sowie Bargeld. Der Dealer und dessen ebenfalls in der Wohnung anwesender Mitbewohner, ein 30-jähriger Rumäne, wurden wegen des Verdachts des Suchtgifthandels festgenommen. Bei der Einvernahme zeigte sich der deutsche Drogenverkäufer weiterhin recht auskunftsfreudig. Er gestand die Weitergabe von insgesamt 1380 Gramm Marihuana an zahlreiche Abnehmer ein, handelte offenbar schon seit Mitte 2018 mit dem „Gras“.

Weitere Ermittlungen 
Das dicke Ende kam dann aber noch: Die Staatsanwaltschaft Linz ordnete die Überstellung des 27-Jährigen in die Justizanstalt Linz ein. Dort kann er sich jetzt in Ruhe ausnüchtern. Bisher konnten von der Polizei zwölf Käufer namentlich ausgeforscht werden, weitere Ermittlungen laufen noch.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Dienstag, 20. Oktober 2020
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