Firmenübernahme in OÖ

Kinderwagen mieten statt kaufen – eine Trendwende?

Oberösterreich
03.02.2026 11:20

Der Mühlviertler Kinderwagenhersteller Naturkind übernimmt eine Wiener Marke für Babytragen. Firmeninhaber Peter Doppler erwartet eine Marktveränderung: In unserem Nachbarland Deutschland werden Kinderwägen und Co. vermehrt gemietet statt gekauft.

Seit 20 Jahren produziert das Unternehmen Naturkind nachhaltige Kinderwagen – nun gibt es bei der Firma aus Engerwitzdorf mit acht Mitarbeitern eine große Veränderung: Per Ende Februar übernimmt der Mühlviertler Betrieb die Wiener Babytragen-Marke Buzzidil.

„Jetzt haben fast alle Familien beides“
„Die Trage hat sich weiterentwickelt als Lifestyle-Produkt. Früher hast du entweder Babytrage oder Kinderwagen gehabt – jetzt haben fast alle Familien beides“, begründet Naturkind-Inhaber Peter Doppler die Übernahme. Bisher erwirtschaftete seine Firma zwei Millionen Euro Jahresumsatz, Buzzidil bewegte sich mit seinen Babytragen zwischen 400.000 und 500.000 Euro Umsatz. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben.

Peter Doppler gründete die Firma Naturkind 2006.
Peter Doppler gründete die Firma Naturkind 2006.(Bild: Markus Wenzel)

Geburten sind rückläufig
Es sind jedenfalls herausfordernde Zeiten für die Branche – und das liegt ausnahmsweise nicht nur an der Wirtschaftsflaute. „Uns beschäftigt der massive Geburtenrückgang“, sagt Doppler. „Das trifft jetzt uns — und in 20 Jahren dann den Arbeitsmarkt.“ Tatsächlich gibt es hierzulande immer weniger Jungfamilien und damit weniger Kunden: Verzeichnete Österreich 2020 noch 83.600 Geburten, waren es 2024 nur mehr 77.000. Die Geburten pro 1000 Einwohnern sanken im selben Zeitraum von 9,4 auf 8,4.

Auch das „Fachhändlersterben“ spürt die Mühlviertler Firma: Nur noch in einem einzigen Geschäft in Oberösterreich sind die regional produzierten Kinderwagen ausgestellt.

Zehn Prozent der deutschen Kunden mieten bereits
Zudem stellt der Naturkind-Inhaber in Deutschland einen Trend fest: Babyartikel werden vermehrt gemietet statt gekauft. Doppler nennt ein Beispiel: „Ich miete mir den Kinderwagen für 16 Monate und gebe ihn dann wieder zurück.“ Das würden in Deutschland bereits zehn Prozent der Kunden so handhaben. „In Österreich ist das noch kein Thema, es wird aber zeitversetzt auch kommen.“

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