04.02.2020 20:11 |

400 landen immer noch

SPÖ-Chefin: Temperaturscans für China-Passagiere

Trotz der Sorge vor dem Coronavirus landen rund 400 Passagiere aus China weiterhin wöchentlich in Wien. Die Austrian Airlines hatte erst am Montag bekannt gegeben, die China-Flüge zumindest bis 29. Februar auszusetzen. Air China fliegt als einzige Airline weiterhin nach Österreich. Die SPÖ-Chefin und ehemalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner forderte am Dienstag Temperaturscans für China-Passagiere. Italien gab indessen bekannt, Kontrollen mit Thermoscannern für Passagiere aller internationalen Flüge einzuführen, die auf italienischen Flughäfen eintreffen.

Rund 250.000 Reisende kommen jede Woche am Flughafen in Schwechat an, die Passagiere aus China machen gerade mal 0,15 Prozent aus, hieß es seitens des Flughafens. Dort herrsche jedenfalls erhöhte Aufmerksamkeit, „der Flughafen ist auch in ständigem Kontakt mit den Behörden“, sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann. Ankommende Passagiere werden in Wien via Plakate über das Coronavirus informiert. Darauf finden sich auch Hygieneinformationen und Kontaktdaten, so Kleeeman.

Rendi-Wagner: Zumindest die Temperatur sollte gescannt werden
Die sieben österreichischen Rückkehrer aus der Coronavirus-Risikoregion Hubei werden „zurecht 14 Tage isoliert. Bei den hunderten Passagieren aus China sollte zumindest die Temperatur gescannt werden“, forderte Rendi-Wagner die Einführung von Temperaturscans für die Fluggäste aus China. Thermoscanner messen automatisch die Temperatur der gelandeten Passagiere. Damit sollen Personen mit Symptomen des Coronavirus identifiziert werden.

Fieber- bzw. Temperaturscans hat es am Flughafen Wien-Schwechat allerdings bisher noch nie gegeben. Beispielsweise sei aber eine isolierte Abfertigung einzelner Flieger möglich. Eine solche habe es einmal rund um Ebola bereits gegeben, hier wurden die Passagiere gesondert vom übrigen Terminal abgefertigt. Der Verdacht stellte sich damals als unbegründet heraus.

Italien führt Kontrollen mit Thermoscanner für alle internationalen Flüge ein
Italien führt indessen Kontrollen mit Thermoscannern für alle Passagiere aller internationalen Flüge ein, die bei italienischen Flughäfen eintreffen. Die Kontrollen sollen auch Passagiere betreffen, die mit europäischen Flügen nach Italien kommen, beschloss das Gesundheitsministerium in Rom am Dienstag. Auf Flughäfen, die noch nicht über Thermoscanner verfügen, sollen die Kontrollen von Ärzten vom medizinischen Personals des Roten Kreuzes oder anderer Organisationen des Zivilschutzes durchgeführt werden, hieß es in Rom.

Indessen verschlechterte sich der Gesundheitszustand der beiden chinesischen Touristen, die sich seit vergangenem Donnerstag wegen einer Erkrankung am Coronavirus im römischen Krankenhaus „Spallanzani“ in Rom liegen. Dies berichteten die Ärzte des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Krankenhauses. Weitere elf Personen warten im Krankenhaus auf die Ergebnisse der Analysen, denen sie unterzogen wurden.

Die italienische Regierung hatte am Donnerstag aus Sorge vor einer Ausbreitung des Virus die Flüge zwischen Italien und China gestoppt. 56 wöchentliche Verbindungen zwischen Italien und China wurden gecancelt.

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